Die Prignitz


Der Landkreis Prignitz befindet sich im äußersten Nordwesten des Landes Brandenburg und beherbergt etwa 77.500 Einwohner auf einer Fläche von 2140 km2.

Aufgrund seiner isolierten Lage innerhalb Brandenburgs ist der Landkreis Prignitz in mehrfacher Hinsicht ein Unikum. Über die Hälfte seiner Kreisgrenze ist gleichzeitig die Außengrenze des Bundeslandes Brandenburg. Er grenzt an nur einen anderen brandenburgischen Landkreis, aber an drei andere Bundesländer: Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Karte der Prignitz:

Autobahnschild auf der A19

Der Landkreis ist nach der historischen Landschaft Prignitz benannt.
Die Prignitz ist eine historische Landschaft im Nordwesten des Landes Brandenburg. Im Wesentlichen erstreckt sie sich über den Landkreis Prignitz und Teile des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Kleine Teile der historischen Region Prignitz gehören heute auch zu Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Die Prignitz ist eine historische Landschaft zwischen Mecklenburg im Norden, dem Ruppiner Land im Osten, dem Havelland im Süden, der Altmark im Südwesten sowie dem Wendland im Westen. Im Mittelalter unterlagen die Grenzen im Norden und Osten des mit Prignitz bezeichneten Gebietes mit dem Wandel der politischen Verhältnisse wiederholt Veränderungen, während die Südwestgrenze durch den Verlauf der Elbe feststand.

Mohnfeld in der Prignitz

Als größter Fluss der Region markiert die Elbe die Grenze zwischen Wendland und Altmark im Westen und Prignitz im Osten. Sie entwässert die gesamte Prignitz. Im Süden mündet die Havel bei Havelberg in die Elbe.
Durchzogen wird die Prignitz von kleineren Flüssen, die dem Gefälle der Landschaft folgend hauptsächlich von Nordosten nach Südwesten der Elbe und Havel zufließen. Dies sind vor allem die Alte Elde, die Löcknitz, die Stepenitz mit ihren Nebenflüssen Dömnitz und Karthane, die Jäglitz und die Dosse.

Die Prignitz ist im Wesentlichen eine Altmoränenlandschaft. Als solche ist sie verglichen mit anderen Brandenburger Landschaften arm an größeren Seen. Bei Lenzen finden sich der Rudower See und das Rambower Moor.

Landkreis Prignitz

Der Landkreis Prignitz wurde im Zuge der brandenburgischen Kreisreform am 6. Dezember 1993 durch Vereinigung der ehemaligen Kreise Pritzwalk und Perleberg gebildet. Name und Sitz des Landkreis wurde mit dem Prignitz-Gesetz vom 22. April 1993 bestimmt. Von 1818 bis 1952 gehörte das heutige Kreisgebiet zu den Kreisen Ost- und Westprignitz mit Sitz in den Kreisstädten Kyritz und Perleberg.
Heutzutage ist Perleberg Kreisstadt. Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform umfasst der Landkreis noch 26 Gemeinden, darunter sieben Städte.
Der Landkreis Prignitz besitzt mit etwa 36 Einwohnern je km² die geringste Bevölkerungsdichte aller Landkreise der Bundesrepublik Deutschland.

Am 11. Mai 2014 fand die erste Direktwahl eines Landrats im Landkreis Prignitz statt. Der von der SPD aufgestellte und von der Partei Die Linke unterstützte parteilose Torsten Uhe setzte sich dabei bereits im ersten Wahlgang durch, bis dahin ein Novum im Land Brandenburg. Er wurde entsprechend § 126 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.
Zuvor war von 1993 bis 2014 Hans Lange Landrat der Prignitz.

Lenzerwische

Der wirtschaftliche Charakter der Region wird geprägt durch die landwirtschaftliche Produktion und Verarbeitung, klein- und mittelständische Industrie, Handwerk und Gewerbe in den verschiedensten Bereichen sowie einen breiten Dienstleistungssektor.
Wichtigste Städte sind Wittenberge, Perleberg, Pritzwalk, Wittstock und Kyritz.
Als regionale Schwerpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung sind der durch das Land Brandenburg ausgewiesene Regionale Wachstumskern Perleberg-Wittenberge-Karstädt und die Region um Pritzwalk/Falkenhagen zu betrachten.
Insgesamt elf vollständig erschlossene Gewerbegebiete für die gewerbliche Wirtschaft sind im Landkreis Prignitz ausgewiesen.

Schloss in Grube

Zur Prignitz hat man Anschluss über die Bundesautobahnen A 24 und A 19 sowie die Bundesstraßen B 189 und B 5, die sich in Perleberg kreuzen, die Bundesstraßen B 103 und B 107, die sich in Pritzwalk kreuzen, sowie über die B 195 und die B 321. Der Busverkehr im gesamten Raum Prignitz wird seit dem 01. August 2016 durch die ARGE prignitzbus durchgeführt, bestehend aus mobus, Märkisch-Oderland Bus GmbH, ein Unternehmen der RHENUS VENIRO-Gruppe und Regionalverkehr Bitterfeld-Wolfen GmbH (RVB), ein Unternehmen der Vetter Verkehrsbetriebe. Der Schienenverkehr wird durch die Deutsche Bahn AG, die Ostdeutsche Eisenbahn und die Eisenbahngesellschaft Potsdam geleistet.
Bis etwa 1970 waren die beiden Vorgängerkreise durch ein umfangreiches Netz normal- und schmalspuriger Strecken der Kleinbahnen der Kreise Ost- und Westprignitz erschlossen.

Wald in der Prignitz

Das Wappen der Prignitz wurde am 14. März 1994 genehmigt.

Beschreibung: „In Rot über Silber durch Wellenschnitt geteilt; oben eine goldbewehrte, flugbereite silberne Gans begleitet von acht einen oben offenen Halbkreis bildenden silbernen Perlen, unten ein rotbezungter, schreitender schwarzer Wolf.“

Bedeutung: „Die Schildteilung Rot über Silber zeigt die Farben des Landes Brandenburg. Der Wellenschnitt weist auf die Lage an der Elbe. Die flugbereite Gans erinnert an das Geschlecht der Gans Edlen Herren zu Putlitz, die im 12. Jahrhundert gemeinsam mit dem Bischof von Havelberg in der Prignitz das Christentum und die deutsche Kultur einführten und ländliche Kolonisation betrieben. Ihr Symbol kehrt im Wappen der Stadt Putlitz wieder und stand früher auch für Wittenberge. Der Perlenkranz steht für die Kreisstadt Perleberg, der Wolf für die bisherige Kreisstadt Pritzwalk.“

Spezialität der Region: Knieperkohl

Die Flagge ist schwarz-weiß gestreift und mittig mit dem Kreiswappen belegt.

Im Kreisgebiet wird gelegentlich ostniederdeutsches Platt gesprochen.
Der altpolabische Name Przegnica, beziehungsweise dessen ursprüngliche Form Pregynica, der etwa mit „ungangbares Waldgebiet“ oder „schwer passierbare Gegend“ zu übersetzen wäre, stammt von den slawischen Lutizen, Drevanen und Hevellern und geht auf die Zeit von vor 1100 zurück.

Als kulinarische Spezialität der Region gilt der Knieperkohl.


Quelle: Wikipedia