540.000 Euro für Präsenzstelle Prignitz

Pritzwalk/Wittenberge. Wissenschafts- und Kulturministerin Martina Münch hat am Dienstag am Rande der ‘Kabinett vor Ort‘-Sitzung im Landkreis Prignitz zwei Förderbescheide in Höhe von insgesamt 540.000 Euro an die Präsidentin der TH Brandenburg, Prof. Burghilde Wieneke-Toutaoui, übergeben. Mit 360.000 Euro wird in diesem Jahr der weitere Ausbau der Präsenzstelle Prignitz mit Standorten in Pritzwalk, Neuruppin und Wittenberge unterstützt. Mit weiteren 180.000 Euro wird eine zentrale Koordinierungsstelle für alle Präsenzstellen des Landes an der TH Brandenburg eingerichtet. Danach besuchte Ministerin Münch die Museumsfabrik Pritzwalk, die 2017 und 2918 mit insgesamt rund 40.000 Euro im Rahmen des Museumsförderprogramms ‘Kulturelle Anker‘ gefördert wurde.

Wissenschaftsministerin Münch bezeichnete die Präsenzstelle Prignitz bei der Übergabe des Förderbescheides als hervorragende Einrichtung zur Verzahnung von Wissenschaft und regionaler Entwicklung: „Die Stärkung des Wissens- und Technologietransfers sind zentrale Themen der Landesregierung. Brandenburg hat als bundesweit erstes Land eine eigene Transferstrategie aufgelegt, die die Hochschulen und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen gleichermaßen in den Blick nimmt und die Zusammenarbeit von Wissenschaft mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft verbessern soll. Mit dem Auf- und Ausbau der Präsenzstellen in den Regionalen Wachstumskernen und ihrem Umland wollen wir Brücken zu den Wissenschaftseinrichtungen des Landes schlagen, die Zusammenarbeit der regionalen Wirtschaft mit Wissenschaft und Forschung weiter verbessern, den Wissenstransfer stärken, den Fachkräftebedarf gezielter sichern und die Studienberatung vor Ort verstärken.“

Das Land fördert landesweit den Auf- und Ausbau von Präsenzstellen der Hochschulen in den Regionalen Wachstumskernen, um die Sichtbarkeit der Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu erhöhen und die Vernetzung mit Unternehmen vor Ort zu verbessern. Dafür stehen in diesem Jahr 1,5 Millionen und 2020 weitere 2,5 Millionen Euro bereit. Die Präsenzstellen sind regionale Anlauf-, Kontakt- und Koordinierungsstellen, die Studieninteressierte informieren und beraten, Hochschulen, Unternehmen, Kammern und Verbände vernetzen, Veranstaltungen und Kampagnen planen sowie Absolventen mit Unternehmen der Region zusammenbringen. Neben der Präsenzstelle Prignitz gibt es bereits die Präsenzstelle Schwedt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde sowie die Präsenzstelle Spremberg der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Weitere Gründungen sind in Planung.

Die Präsenzstelle Prignitz der TH Brandenburg wurde 2005 gegründet und seit 2007 durch das Wissenschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Brandenburg gefördert. Sie wird im Rahmen des Ausbaus künftig neben der Zusammenarbeit mit dem regionalen Partner Autobahndreieck Wittstock/Dosse auch in den Regionalen Wachstumskernen Prignitz und Neuruppin präsent sein. Die TH Brandenburg erhält in diesem und im kommenden Jahr jeweils 360.000 Euro für den weiteren Ausbau ihrer Präsenzstelle in der Prignitz sowie jeweils 180.000 Euro für eine zentrale Koordinierungsstelle für alle Präsenzstellen des Landes.

Kulturministerin Münch würdigte das Museum bei ihrem Besuch: „Die Entwicklung des stadtgeschichtlich prägenden Fabrikensembles von Brauerei und Tuchfabrik zu einem modernen Museumsstandort, der den weltweit prägenden Prozess der Industrialisierung in den Mittelpunkt rückt, macht aus der Museumsfabrik Pritzwalk einen kulturellen Leuchtturm für die gesamte Region. Die Einrichtung bewahrt kulturelles Erbe und hat sich zu einem wichtigen Lern- und Bildungsort etabliert. Ich freue mich, dass wir die weitere Entwicklung der Museumsfabrik 2017 und 2018 im Rahmen des Museumsförderprogramms ‘Kulturelle Anker‘ mit knapp 40.000 Euro fördern konnten.“

Die Museumsfabrik Pritzwalk ist das zentrale kulturhistorische Museum für die Stadt Pritzwalk und Umgebung. Es wurde 1954 aus Beständen des kriegszerstörten Museums der Ostprignitz in Heiligengrabe und der Heimatstube Pritzwalk als Kreisheimatmuseum Pritzwalk gegründet. Im Jahr 1998 übernahm die Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritzwalk und Umgebung e.V. die Trägerschaft des Museums und eröffnete es 2002 im Kontor der Brauerei am Meyenburger Tor als Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk neu. In der benachbarten ehemaligen Tuchfabrik Gebr. Draeger entsteht derzeit ein neuer Museums­teil, der sich der zweiten Phase der Industrialisierung um 1900 widmet, die die Stadt Pritzwalk entscheidend geprägt hat. Beide Museumsteile sollen künftig als Museumsfabrik Pritzwalk miteinander verbunden werden.

Im Rahmen des Museumsförderprogramms ‘Kulturelle Anker‘ hat das Kulturministerium in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt 500.000 Euro bereitgestellt. Das Land hat dabei einen Schwerpunkt auf Vorhaben mit landesweiter und überregionaler Wirksamkeit gesetzt, die die Museen profilieren, die Kooperationen befördern und die kulturtouristische Infrastruktur weiterentwickeln. Damit sollen die Museen – insbesondere im ländlichen Raum – als wichtige Lern- und Bildungsorte sowie als Zentren der Kommunikation, Partizipation und gesellschaftlichen Auseinandersetzung gestärkt werden. Im Rahmen des Programms wurden bislang 28 Projekte im Land gefördert. Das Museumsförderprogramm wird auch 2019 fortgesetzt.

Die Landesregierung macht im Rahmen des 2018 gestarteten Formates ‘Kabinett vor Ort‘ in allen 18 Landkreisen und kreisfreien Städten Station, um mit Landräten und Oberbürgermeistern über aktuelle Herausforderungen zu sprechen. Der Auftakt der Reihe war am 18. September im Kreis Oder-Spree. In den heutigen Beratungen zwischen der Landesregierung und dem Kreis Prignitz ging es unter anderem um den Hochwasserschutz und die Regionalentwicklung in ländlichen Räumen. Das nächste ‘Kabinett vor Ort‘-Treffen findet am 12. Februar im Kreis Uckermark statt.


Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur