Das steckt hinter dem Blutmond am Montag

Was war das ein Spektakel Ende Juli vergangenen Jahres: Mit 103 Minuten gab es die längste Totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Der riesige sogenannte Blutmond lockte viele auf die Straßen, Balkons oder zumindest an die Fenster. In den frühen Morgenstunden gibt es am Montag, 21. Januar, erneut ein vergleichbares Himmelsspektakel.

» Was gibt es zu sehen?

Bei einer Mondfinsternis steht die Erde zwischen Sonne und Mond: Dieses Ereignis kann nur bei Vollmond stattfinden, wenn Sonne, Erde und Mond von außen gesehen in einer Linie stehen. Der Vollmond taucht in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft.

Der Mond wird sich dabei diesmal 63 Minuten lang im Kernschatten der Erde befinden. Zugleich sind Venus und Jupiter nah beieinander am Himmel zu sehen.

Der Mond befindet sich nur rund 357.000 Kilometer von der Erde entfernt und erscheint daher etwa zehn Prozent größer als gewöhnlich. Er steht zum Zeitpunkt der Finsternis auch schon niedrig über dem Horizont – und sieht dadurch noch einmal deutlich größer aus.

Zeitplan:

Wer den blutroten Mond von Anfang an live begutachten möchte, muss richtig früh aufstehen. Das Spektakel startet bereits um 3:35 Uhr: Dann rückt der Mond in den Halbschatten der Erde.

  • 3:35 Uhr: Der Mond tritt in den Halbschatten der Erde ein
  • 4:34 Uhr: Der Mond erreicht den Kernschatten der Erde
  • 5:41 Uhr: Die totale Mondfinsternis beginnt
  • 6:12 Uhr: Die Mitte der Finsternis ist erreicht
  • 6:44 Uhr: Die Totalität der Finsternis ist wieder vorbei
  • 7:51 Uhr: Der Mond tritt wieder aus dem Kernschatten aus
» Was ist an dieser Mondfinsternis besonders?

Das Ereignis ist diesmal besonders eindrücklich: An diesem 21. Januar ist der Mond der Erde besonders nah, durch seine niedrige Höhe über dem Horizont erscheint er größer als gewohnt. Diese Konstellation wird auch Superblutmond genannt.

» Warum die rote Farbe des Mondes?

Wenn der Mond im Erdschatten ist, verdunkelt er sich nicht völlig, sondern färbt sich leicht rot. Das passiert, weil Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre auf den Mond strahlt. Dabei kommen die roten Anteile des Sonnenlichts am besten zum Vorschein.

Ob der Mond hell- oder dunkelrot leuchtet, hängt davon ab, wie staubig die Lufthülle der Erde ist. Je dunkler das Rot, desto mehr Staubpartikel sind in der Luft.

» Wie oft kommt es zu einer Totalen Mondfinsternis?

Theoretisch zwischen zwei bis viermal pro Jahr. Da man sich jedoch auch auf der richtigen Seite der Erde befinden muss, vergehen an einem Ort meist zweieinhalb Jahre, bis man wieder eine Totale Mondfinsternis sehen kann

Die Finsternis vom 31. Januar 2018 war beispielsweise in Europa unsichtbar, in den USA aber sichtbar. Am 27. Juli 2018 war es umgekehrt sein. Die zuvor gut sichtbare Totale Mondfinsternis war in der Nacht vom 27. auf den 28. September 2015 in Berlin zu sehen.

» Wo sieht man die Totale Mondfinsternis am besten?

Die Mondfinsternis wird in Europa, Afrika – mit Ausnahme der östlichen Küstenregion – über dem Atlantik, in Nord- und Südamerika, Grönland sowie in der Nordpolarregion zu sehen sein.

Voraussetzung dafür ist klarer Himmel. Die besten Chancen bestehen in der Mitte Deutschlands, abseits der Gebirge. Von Ost-Hessen über Thüringen bis nach Sachsen bleibt es größtenteils klar, abgesehen von gelegentlich durchziehenden Wolkenfeldern.

Wer das Spektakel beobachten will, sollte sich eine Position aussuchen, die den Blick nach Westen/Nordwesten freigibt. Besonders geeignet sind Orte, an denen wenig künstliches Licht in der Nähe ist. Gerade in der Stadt können dann Häuser oder Bäume im Weg stehen. Am besten sucht man sich einen erhöhten Punkt.

» Warum ist der Begriff „Blutmond“ für das Phänomen ungeeignet?

Die Bezeichnung ist heutzutage nicht mehr angemessen. Der Begriff geht auf eine Zeit zurück, als man eine Mondfinsternis aufgrund der rötlichen Färbung mit Blut verband und als einen Vorboten von Unglück ansah.

Zusätzlich färbt sich ein normaler Vollmond manchmal auch rot. Das kann bei entsprechender Wetterlage passieren. Dadurch entsteht also auch eine Verwechslungsgefahr mit einer Totalen Mondfinsternis.

Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wird es erst zu Silvester 2028 und in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2029 wieder eine totale Mondfinsternis geben.

» Die nächsten Himmelsphänomene

In der Nacht vom 16. auf 17. Juli 2019 wird eine partielle Mondfinsternis eintreten, die von Deutschland aus beobachtbar sein wird. Auf die nächste totale Mondfinsternis, die wir in Deutschland beobachten können, müssen Astro-Fans dann drei Jahre warten. Erst am 16. Mai 2022 gibt es den nächsten Blutmond.

Wer sich etwas wünschen möchte, sollte zwischen dem 16. und 25. April 2019 den Blick gen Himmel richten. Dann tauchen die Lyriden als Sternschnuppen am nächtlichen Himmel auf, die es bereits 2018 zu bestaunen gab. Am besten zu sehen sind sie in der Nacht vom 22. auf den 23. April.

Quelle: Redaktion