Landwirtschaftsminister Vogelsänger an der Kartoffelfront

Dallmin. Bundesweit gibt es über 200 Kartoffelsorten. Die Kartoffel ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel weltweit und ein wesentliches Agrarprodukt der Prignitz. Nach seinem persönlichen Unternehmensbesuch im Dallminer Werk der AVEBE Kartoffelstärkefabrik Prignitz / Wendland GmbH in der Gemeinde Karstädt konnte Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger diese Aussagen am Dienstag nur bestätigen.

Und der Minister erfuhr bei seinem Termin noch weitere interessante Fakten: Bis zu 300.000 Tonnen Kartoffeln werden in der Dallminer Kartoffelstärkefabrik je Kampagne verarbeitet. „Pro Stunde entspricht dies einer Menge von vier voll beladenen Muldenkippern“, erklärt Geschäftsführer Peter Minow. Die gewonnene Stärke wird ausschließlich zur Herstellung von weiteren Lebensmitteln verwendet.

Witterungsabhängig und pflegeaufwändig

„Zu den größten lokalen Anbauern zählen die ortsansässige Agrargenossenschaft Dallmin sowie die Agrargenossenschaft in Quitzow“, so Minow weiter. Ebenfalls erfuhr Vogelsänger von der AVEBE Geschäftsführung, dass hier kürzlich ein Programm gestartet wurde, mit dem Ziel zukünftig mehr Kartoffeln auch aus dem überregionalen Umland zu verarbeiten und so die Produktion weiter zu steigern.

Allerdings belegt die Statistik des Landes auch, dass die Anbauflächen für Kartoffeln bei den Prignitzer Bauern seit einigen Jahren rückläufig sind. Eine Ursache liegt im bundesweiten Rückgang des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauches. Daneben ist der Kartoffelanbau kostenintensiv, sehr witterungsabhängig und pflegeaufwändig, wodurch sich Prignitzer Landwirte zunehmend gegen einen Anbau der Knolle entschieden haben.

Unterstützung von der Politik

Was ist notwendig um den Kartoffelanbau in Brandenburg voranzubringen, welche Unterstützung kann die Politik zur Stärkung der gesamten „Kartoffelfront in Brandenburg“ leisten? Aber auch Fragen und Problemstellungen zur Entsorgung der bei der Weiterverarbeitung anfallenden Kartoffelerde, dem Bioschlamm aus der betriebseigenen Prozesswasserkläranlage und dem Kartoffelfruchtwasser wurden in der Runde mit Geschäftsführung, Bürgermeistern, Kreisbauernverband und der regionalen Wirtschaftsförderung diskutiert.

„Angedachte Investitionen, wie zum Beispiel in eine neue Eiweißfabrik, lassen sich besser  gegenüber unseren landwirtschaftlichen Gesellschaftern begründen bei einer ausreichend großen Rohstoffversorgung“, sagte der Geschäftsführer Peter Minow und appellierte an den Landwirtschaftsminister Vogelsänger „wir erwarten und brauchen verlässliche Rahmenbedingungen vom Land Brandenburg“.

Quelle: Regionaler Wachstumskern Prignitz