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Pritzwalk. Die Sorgen und Nöte der Freiwilligen Feuerwehren im Bereich der Stadt Pritzwalk interessierten den CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Jan Redmann bei seinem Besuch am 20. Februar in der Dömnitzstadt.

Begleitet von Bürgermeister Dr. Ronald Thiel und seinem Stellvertreter Halldor Lugowski traf er sich in der Wache der Stadtfeuerwehr mit dem Pritzwalker Stadtbrandmeister Volker Lehmann, dem Pritzwalker Wehrführer Adrian Zechser und dem Ortswehrführer Thomas Lesker aus dem Ortsteil Sadenbeck.

Mehr Aktive als vorgeschrieben

Die Einsatzstärke der Feuerwehren müsste im Bereich des Stadtgebietes laut Lehmann bei 247 Aktiven liegen – real sind 300 Kameraden in den Ortsfeuerwehren organisiert. „Wir waren sogar mal bei 350“, erinnert sich Lehmann. „Aber nicht jeder kann seinen Arbeitsplatz für einen Einsatz verlassen.“

Bei der Technik in den Freiwilligen Feuerwehren sehe es indessen anders aus, sagt der Stadtbrandmeister. „Unser ältestes Fahrzeug ist ein Tanklöschfahrzeug TLF 16, Baujahr 1995.“ Und auch der Hubsteiger sei inzwischen 20 Jahre alt. Eines der größten Probleme seien dabei die langen Lieferfristen für Einsatzfahrzeuge, die bei zwölf bis 13 Monaten lägen.

Neubeschaffung dauert lange

Bei den kleinen Ortsteilfeuerwehren sei die Lage diesbezüglich noch prekärer, schildert der Sadenbecker Feuerwehrchef Thomas Lesker. Seine Truppe konnte sich im vergangenen Jahr über ein nagelneues Löschfahrzeug LF 10 freuen. Es ersetzte ein Einsatzfahrzeug aus dem Jahr 1982. „Drei Jahre hat es gedauert, bis wir das neue Fahrzeug hatten“, berichtet Lesker. Und es war mit 234 000 Euro richtig teuer.

Fahrzeuge in einer solchen Preisklasse könne man nur mithilfe von Fördermitteln anschaffen, erklärt Bürgermeister Thiel. „Ich denke schon, dass wir nach und nach eine kontinuierliche Ausstattung unserer Wehren etwa bei der Schutzausrüstung erreichen können“, sagt er. Kleinere Fahrzeuge versuche die Stadt über Eigenmittel zu finanzieren. „Bei den großen schaffen wir das nicht.“ Stadtbrandmeister Lehmann lobt die Tatsache, dass die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte für den Bürgermeister „oberste Priorität“ habe.

Qualität ist wichtig

Die Qualität der Einsatztechnik ist aber das A und O in der Freiwilligen Feuerwehr, weiß der Abgeordnete Redmann. Stichwort Nachwuchsgewinnung: „ Wir wollen die Jugend ins Gerätehaus bekommen. Wenn die da einen 30 Jahre alten W 50-Einsatzwagen sehen, sind sie wieder weg“, so Thomas Lesker. Thema Attraktivität des Ehrenamtes: „Wir machen zeitaufwändige Ausbildungen in alle Richtungen. Und dann gehen unsere Einsatzkräfte in ihr Gerätehaus und sehen da den desolaten Haufen“, beschreibt Adrian Zechser die Lage vor allem in den kleinen Ortswehren.

Der CDU-Politiker Redmann kann einige Anregungen für seine Arbeit mitnehmen. So sollte etwa das Förderprogramm „Stützpunktwehren“ aufgebrochen werden, damit auch kleinere Fahrzeuge finanziert werden können. Die Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt, die für die Prignitzer eine Tagesreise entfernt ist, könnte Außenstellen bilden. Und die Gespräche über die Prämien für die Freiwilligen sollten unbedingt fortgesetzt werden.

Foto: Der CDU-Abgeordnete Jan Redmann (Mitte) besichtigt das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Pritzwalk.

Quelle: Stadt Pritzwalk
Foto: Beate Vogel


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