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Prignitz/Neuruppin. Das Verkehrsunfallgeschehen in der Polizeidirektion Nord im Jahr 2018 gestaltete sich durchaus unterschiedlich. Bei einem Rückgang der Unfälle um zwei Prozent sank gleichzeitig die Zahl der Verletzten um 4,5 Prozent, während die Anzahl der Verkehrsunfalltoten mit 23 auf hohem Niveau blieb.

Im Bereich der Polizeidirektion (Landkreise Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz sowie auf den Bundesautobahnen 10, 14, 19, 24 und 111) ereigneten sich 2018 insgesamt 13.582 Verkehrsunfälle, ein Rückgang um 278 Unfälle gegenüber 2017.

Die Kollisionen ereigneten sich zu 58,7 Prozent außerhalb geschlossener Ortschaften, zu 30,4 Prozent innerorts und zu 10,9 Prozent auf den Bundesautobahnen. Der größte Rückgang ist außerhalb geschlossener Ortschaften festzustellen (4.128, 174 weniger als 2017).

Bei insgesamt davon 1.445 Unfällen mit Personenschaden (- 42) wurden 1.812 (- 85) Beteiligte verletzt bzw. 23 (+1) getötet. Im Landkreis Prignitz wurden 3.091 Unfälle (-37) registriert.

Erneut bleiben zudem die traditionellen Hauptunfallursachen auch weiterhin bestimmend. Registriert wurden 1.282 (-201) Unfälle aufgrund zu geringen Sicherheitsabstandes, 654 (-27) Unfälle aufgrund unangepasster bzw. überhöhter Geschwindigkeit, 892 (+20) aufgrund von Vorfahrtfehlern, 412 (+56) wegen Fehlern beim Überholen und 238 (+45) wegen Alkohol und/oder Drogen am Steuer.

In 258 Fällen (-54) endete der Unfall an einem Straßenbaum. Dabei wurden 135 (-39) Menschen verletzt und neun Beteiligte verstarben an den Folgen.

Bei einer Betrachtung nach den Verursachern ist nach zwei Jahren des Anstiegs nun wieder ein Rückgang um 41 auf 1.063 Fälle bei den Jungen Fahrern (18 – 24 Jahre) festzustellen. Bei den Senioren als Verursacher erhöhten sich die Unfallzahlen um 35 auf insgesamt 2.075 Fälle.

Andererseits sanken die Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern um 2 auf 542 Fälle, wobei 446 (+25) Personen verletzt und drei (-3) Radfahrer getötet wurden.

Problematisch bleiben zudem auch die 2.723 (+16) so genannten Unfallfluchten, bei denen 183 Personen verletzt (+23) sowie eine Person getötet wurden. Die Unfälle mit Güter-Kfz. reduzierten sich im Jahr 2018 um 79 auf 2078. Verletzt wurden hier 188 Menschen, getötet wurden fünf.

Auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der PD Nord ereigneten sich im Jahr 2018 insgesamt 1.560 Verkehrsunfälle (+58). Trotz des Anstiegs der Verkehrsunfallzahlen ist eine positive Entwicklung in der Schwere der Unfälle zu verzeichnen.

Es ereigneten sich 16 Unfälle mit Personenschaden (154) weniger als noch im Jahr 2017. Dabei wurden 231 Personen verletzt. Im Vorjahr waren es noch 270 Verletzte. Die Zahl der Getöteten blieb unverändert (3). Der Rückgang bei der Schwere der Unfälle ist offenbar auf die reduzierten Geschwindigkeiten im Bereich der Baustellen auf der BAB 10 und der BAB 24 zurückzuführen.

Insgesamt 349.477 Geschwindigkeitsverstöße wurden festgestellt und geahndet, ähnlich wie 707 folgenlose Alkohol- und 490 Drogenfahrten und mehr als 9.000 weitere Verstöße, zum Beispiel gegen Gurt- und Helmpflicht (2.778 Fälle), Telefonieren am Steuer (2.904 Fälle) oder Vorfahrt- und Rotlichtverstöße bzw. Verstöße gegen die StVZO (3.574 Fälle zusammen).

Zugleich wurden 8.714 Fahrzeuge des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs kontrolliert. 4.036 Fahrzeuge wurden beanstandet und dabei 4.521 Verstöße festgestellt, vorwiegend gegen Lenk- und Ruhezeiten-Regelungen (718 Fälle) bzw. technische Mängel (194 Fälle) oder Ladungssicherheit (166 Fälle).

264 LKW mussten aufgrund gravierender Mängel vor Ort stillgelegt werden. Der Videomesswagen stellte zudem innerhalb eines Jahres 2.073 gravierende Geschwindigkeits- bzw. Abstandsverstöße („Raser und Drängler“) fest.

In diesem Zusammenhang stellten Beamte  der Verkehrspolizei einen Anhänger (VITRONIC Enforcement Trailer) vor, der speziell zur Geschwindigkeitsmessung im Baustellenbereich eingesetzt wird. Die darin verbaute Messtechnik ist ohne Personaleinsatz mehrere Tage einsetzbar.

Die gefahrenen Geschwindigkeiten von unterschiedlichen Fahrzeugtypen können damit über mehreren Spuren hinweg ermittelt und drahtlos übertragen werden. In einem ersten Einsatz im Baustellenbereich wurde ein Pkw BMW mit 176 statt der erlaubten 60 km/h gemessen.

Daneben wurden aber auch insgesamt 576 Präventionsveranstaltungen mit 11.478 Teilnehmern erfolgreich durchgeführt, in erster Linie im Bereich der Busschule (88 Veranstaltungen), der Fußgängerausbildung (130) und der Radfahrerprüfung von Kindern (225 Prüfungen). Aber auch 21 Veranstaltungen mit Senioren und Lkw-Fahrern wurden verzeichnet.

Alle 39 Minuten ereignet sich in der Polizeidirektion Nord ein Verkehrsunfall. Alle 4:38 Stunden wird dabei jemand verletzt und fast alle 16 Tage wird dadurch ein Mensch getötet.

Die Anstrengungen der PD Nord, sowohl mit repressiven als auch präventiven Mitteln die Entwicklung des Unfallgeschehens positiv zu beeinflussen, werden auch im Jahr 2019 fortgesetzt.

Der Leiter der Polizeidirektion Nord, Frank Storch, betont dazu: „Die Beibehaltung der umfangreichen repressiven Verkehrsüberwachungsmaßnahmen wie auch der Maßnahmen der Verkehrsprävention sind notwendig, denn nur so können wir eine dauerhafte positive Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer erzielen!“

Quelle: Polizei


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