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Pritzwalk/Giesensdorf. Wie in der Museumsfabrik Pritzwalk die Industrialisierung des Handwerks anschaulich dargestellt werden soll, zeigte Museumsleiter Lars Schladitz dem CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke am Mittwoch, 7. März, bei einem Rundgang. Steineke besichtigte anschließend auch die Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) in Giesensdorf.

Bisher stehen zwar erst einige der historischen Maschinen in der künftigen Dauerausstellung der Museumsfabrik, doch vermitteln sie schon einen Eindruck von der künftigen Botschaft: „Das ist gelebte Industriegeschichte in Pritzwalk“, befand ein faszinierter Sebastian Steineke.

50 Kilometer Tuch
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Lars Schladitz (r.) führt Sebastian Steineke (M.) und Dr. Ronald Thiel (l.) eine voll funktionstüchtige, gut 100 Jahre alte Druckmaschine vor.

Neben Wittstock war Pritzwalk laut Museumsleiter Schladitz einst der Tuchproduzent schlechthin – knapp 30 Prozent des deutschen Uniformtuches kamen vor 100 Jahren aus der Dömnitzstadt. „Da bestellte die preußische Armee schon mal 50 Kilometer Uniformtuch“, so Schladitz.

Er zeigte dem Abgeordneten nicht nur eine Spinnmaschine, die in einer gekürzten Fassung mit rund 200 Spindeln auf zehn Metern Länge im Museum aufgebaut wird, sondern auch eine perfekt funktionierende Druckmaschine aus dem Jahr 1903.

230 Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Anschließend ging es nach Giesensdorf zum CJD. Fachbereichsleiter Jörg Stricker schilderte den Werdegang des Unternehmens, das an seinen Standorten in der Prignitz seit 2005 von 120 auf jetzt 250 Mitarbeiter angewachsen ist. Das CJD betreut an die 230 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen und geistigen Behinderungen im Alter von fünf bis 80 Jahren.

„Unsere Schwerpunkte sind die Förderschule in Hoppenrade und eben die Wohnstätte in Giesensdorf“, erklärte der CJD-Fachbereichsleiter. Die Standorte seien intensiv vernetzt. Inzwischen hat das CJD auch in Neuruppin einen Standort.

Es fehlt an Fachkräften
Steineke beim CJD Giesensdorf
Giesensdorf: Sebastian Steineke (l.) lässt sich von den Bewohnern ein Zimmer zeigen.

Jörg Stricker machte auch auf Probleme wie das schlechte Internetangebot und den Fachkräftemangel aufmerksam. „Wir ziehen uns unsere Leute selbst heran“, sagte er. Der Abteilungsleiter in Giesensdorf, Christoph Albrecht, schilderte die praktischen Auswirkungen: „Die Qualifikation ist eine Last, die alle tragen müssen, wenn die Kollegen drei Jahre lang an zwei Tagen pro Woche in der Theorieausbildung sind.“ Seit etwa 2012 sei aber die Zahl der Mitarbeiter in Giesensdorf von 30 auf 50 gestiegen.

Die Besucher sprachen auch mit Willy Weiser und Hans-Jürgen May vom Bewohnerschaftsrat sowie Dieter Retke, dem Vorsitzenden des gewählten Gremiums. Hans-Jürgen May freute sich, den Gästen sein Zimmer zeigen zu dürfen.

Foto: Lars Schladitz (r.) erläutert Sebastian Steineke (l.) und Dr. Ronald Thiel (M.) die Geschichte Pritzwalks als Uniformtuchproduzent.

Quelle: Stadt Pritzwalk
Foto: Beate Vogel


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