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Perleberg. Tanz, Musik, Spiel, Kultur und Tradition verspricht Maryam Taghipour beim sogenannten Nouruz am Freitag. In einem kleinen Team organisiert sie erstmals ein persisches Neujahrs- und Frühlingsfest im Freizeitzentrum der Stadt Perleberg.

Das Fest wird vor allem im iranischen Kulturraum gefeiert und symbolisiert den Tag des astronomisch berechneten Eintritts der Sonne in das Tierkreiszeichen des Widders, den Frühlingsbeginn.

Ein Fest voller Spiel, Spaß und Freude

„Wir haben ein großes Programm erstellt“, informiert Taghipour, die seit zweieinhalb Jahren in Perleberg lebt. „Es werden Tänzer und Musiker mit verschiedenen Instrumenten kommen“, verspricht die Organisatorin.

Dazu sind alle ab 17 Uhr eingeladen, so die Veranstalter. Es soll ein Fest voller Spiel, Spaß und Freude und vor allem Miteinander sein. Dazu gibt es jede Menge Bräuche und Rituale zu dem Fest, die die Organisatoren den Einheimischen näher bringen wollen.

Bräuche und Rituale der Kultur

Der wichtigste Bestandteil des Neujahrsfestes ist die Zubereitung des sogenannten Haft Sin. Das sind sieben Elemente, mit denen das Sofreh, zu deutsch Tischtuch, geschmückt wird. Dessen Bestandteile müssen unbedingt mit den Anfangsbuchstaben des persischen „S“ beginnen.

Ein weiteres wichtiges Element ist das aus sieben Früchten bestehende Neujahrsgetränk Haft Mewa. Hinzu kommen viele persische Süßigkeiten und Leckereien, die es an diesem Nachmittag und Abend geben wird.

Tradition eigentlich am 20. oder 21. März

Für die Neujahrsfestivitäten sind auch die Reise und Geschenke vom sogenannten Amu Nouruz bekannt, der von einem tanzenden und musizierenden Hadschi Firuz, eine Art Schornsteinfeger, begleitet wird. Beide sind Figuren der iranischen Volkskultur.

Hadschi Firuz erscheint zu Beginn des iranischen Neujahrsfestes, das nach der Tradition eigentlich am 20. oder 21. März stattfindet, auf den Straßen. Das Gesicht des Mannes ist mit Ruß geschwärzt, er trägt grellrote Kleidung und einen Filzhut. Er tanzt in den Straßen, singt und spielt dazu auf seinem Tamburin.

Beginn des neuen Jahres 1398

Nach der Tradition kommt Amu Nouruz nur einmal im Jahr zum Neujahrsfest in die Nähe seiner geliebten Gattin, von der er sonst das ganze Jahr über getrennt ist. Er trifft sie schlafend an und entfernt sich wieder, so dass sie wieder ein Jahr auf seine Rückkehr warten muss. Diese Kultur wird es am Freitag im Freizeitzentrum Perleberg hautnah zu erleben geben, versprechen die Organisatoren. „Im Anschluss kommt noch ein DJ für Party und Tanz“, so die 49-jährige Maryam Taghipour.

Mit Nouruz beginnt im Iran und Afghanistan das neue Jahr. Die Zählung des neuen Jahres richtet sich im Iran als Land des indo-iranischen Kulturkreises nach dem Sonnenkalender. In diesem Jahr beginnt demnach das Jahr 1398.

Internationaler Nouruz-Tag anerkannt

Das Neujahrsfest gehört neben dem Herbstfest Mehrgan zu den ältesten traditionellen Festen der zentralasiatischen Region und des indischen Subkontinents und ist dort vielerorts offizieller Feiertag.

Seit dem 10. Mai 2010 ist Nouruz auf Beschluss der 64. Uno-Generalversammlung als internationaler Nouruz-Tag anerkannt. Sie stellte in ihrer Erklärung fest, dass das Fest von mehr als 300 Millionen Menschen seit mehr als 3000 Jahren gefeiert wird. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Unesco den Nouruz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

Quelle: Redaktion


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