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Perleberg. André Wormstädt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Prignitz, übergab am Dienstag eine Förderzusage der Ostdeutschen Sparkassenstiftung an den Perleberger Kulturverein. Sie ermöglicht den nächsten Schritt beim Projekt „Perleberger Judenhof“, der die Errichtung einer Dauerausstellung in der Begegnungsstätte im Altstadtkern zum Ziel hat.

Ist das Fußbodenlexikon der erste Streich, die Aufnahme des Soundtracks der Ausstellung mit Liedern des Minnesängers Süßkindt (der Jude) von Trimberg der zweite, kann dank der Förderzusage nun das Buch zur Ausstellung entstehen.

Bereicherung für das kulturelle Leben im historischen Altstadtkern

Rainer Meißle vom Perleberger Kulturverein: „Das Buch enthält die Texte und Abbildungen der 10 Ausstellungskapitel in deutscher und englischer Sprache sowie eine CD der mittelhochdeutschen Süßkindt-Lieder und deren Übertragung ins heute Verständliche, gesungen und gesprochen von der jüdischen Kantorin Jalda Rebling. Die Aufzeichnung der Lieder fand in der Perleberger St. Jacobi-Kirche statt“.

„Ich freue mich, dass wir heute die Förderzusage zur Projektfortsetzung an den Perleberger Kulturverein überreichen können. Die Broschüre zur Dauerausstellung im Perleberger Judenhof wird dazu beitragen, dass das kulturelle Leben im historischen Altstadtkern Perlebergs, neben den bereits regelmäßig stattfindenden Musik- und Theateraufführungen, Lesungen sowie Filmvorführungen, eine Bereicherung erfährt. Davon können dann die Einwohner aller Generationen und die Touristen partizipieren“, gab Wormstädt bekannt.

Ausstellung zur Geschichte des Perleberger Judenhofes

Für den Kulturverein Perleberg, den Betreiber des Judenhofes,  ist die Förderzusage der Ostdeutschen Sparkassenstiftung ein großer Baustein, ein Riesenschritt hin zu dem, was im Judenhof entstehen soll, aber noch nicht in Gänze finanziert ist:

Eine Ausstellung zur Geschichte des Perleberger Judenhofes, von der Stadtgründung über die Pestjahre bis 1510, als erstmals alle Juden der Mark aus dem Land getrieben wurden. Süßkindts Poesie ist eines der wenigen jüdischen Kulturdokumente, das den Pestpogromen des 14. Jahrhunderts entgangen ist.

Über 2.100 Projekte wurden bereits gefördert

„Bewahren, Stärken, Begeistern.“ Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert in diesem Sinne seit 1996 Kunst, Kultur und Denkmalpflege. Die Stiftung ist ein Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Über 2.100 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert. Dafür standen rund 90 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung. Davon wurde allein im Land Brandenburg für 533 Projekte eine Gesamtsumme von mehr als 20 Millionen Euro bereitgestellt.

Foto: Übergabe der Förderzusage durch André Wormstädt an Rainer Meißle vom Kulturverein Perleberg. Jalda Reblin und Hartmut Schneider sind erfreut, dass das Buch mit CD zur geplanten Dauerausstellung aufgelegt werden kann.

Quelle: Sparkasse Prignitz (inkl. Foto)


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