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» Bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete und Landtagsfraktionen aus Niedersachsen und Brandenburg in der Lenzener Deichrückverlegung

Lenzen. Die Vorstände der bündnisgrünen Landtagsfraktionen Niedersachsens und Brandenburgs besuchten am vergangenen Freitag die Lenzener Deichrückverlegung, um sich über zukunftsfähige Maßnahmen für besseren Hochwasserschutz zu informieren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) hat mit einem Naturschutzgroßprojekt seines Auenzentrum auf Burg Lenzen rund 420 Hektar Überschwemmungsfläche für die Elbe zurück gewonnen, so dass heute wieder der natürliche Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser die Landschaft prägt und Raum für die Entwicklung intakter Auenlebensräume entstehen konnte.

Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, hebt den Modellcharakter dieses bundeweit bedeutsamen Naturschutzgroßprojektes hervor: „Projekte wie die Lenzener Deichrückverlegung zeigen eindrücklich die Synergien zwischen Naturschutz und Hochwasserschutz und tragen wesentlich zur Zielerreichung der Wasserrahmenrichtlinie und der FFH-Richtlinie bei“.

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Bundesgrüne auf Burg Lenzen_Rüdiger Herzog
Foto: Mit Gesprächspartnern aus der Region am „Auenblick“ beim Bösen Ort. Vordere Reihe v.l.n.r.: Axel Vogel (Fraktionsvorsitzender Brandenburg), Dr. Meike Kleinwächter (Leiterin BUND-Auenzentrum in Lenzen), Anja Piel (Fraktionsvorsitzende Niedersachsen), Ursula Nonnemacher (Sprecherin für Inneres und Kommunales, Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie im Landtag Brandenburg), Horst Möhring (ehem. Vorsitzender der lokalen Agrargenossenschaft), Steffi Lemke (Parlamentarische Bundesgeschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutz).

Gemeinsam mit Hofreiter verschafft sich eine Delegation von ca. 20 bündnisgrünen Abgeordneten am ehemaligen „Bösen Ort“ einen Eindruck vor Ort und tauscht sich über die Potentiale von Auenrenaturierung mit Gesprächspartner*innen der Region aus. Horst Möhring (ehemaliger Vorsitzender der Agrargenossenschaft), Kurt Augustin (Leiter der Abteilung Wasser und Boden des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg) und Dr. Meike Kleinwächter (Leiterin BUND-Auenzentrum) stehen Rede und Antwort für die interessierten und fachkundigen Fragen der Abgeordneten.

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Im Fachgespräch wird sowohl über naturnahe Auenentwicklung als auch über die damit einhergehenden politischen Herausforderungen an Flüssen diskutiert. Kleinwächter erläutert die Lenzener Deichrückverlegung und weist auf ihren immensen Nutzen für die Gesellschaft hin: „Beim Jahrhunderthochwasser 2013 hat diese rund 420 Hektar neue Überschwemmungsfläche, die wir hier geschaffen haben, den Pegel lokal um knapp 50 Zentimeter gesenkt. Auch Wittenberge hat davon noch profitiert und ist dadurch wohl vor einer Überflutung bewahrt worden“, so Kleinwächter. Außerdem speichere die Aue große Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxids, reinige das Wasser und sei ein wichtiger Erlebnis- und Erholungsraum.

Neues Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“

Hofreiter stellt mit Blick auf die bereits stark gesunkenen Wasserstände der Elbe fest: „Nach fünf extremen Niedrigwasserjahren ist klar, dass wir Entwicklungskonzepte brauchen, die die natürlichen Leistungen einer intakten Auenlandschaft einbeziehen. Wir haben hohe Erwartungen an das Gesamtkonzept Elbe, den letzten naturnahen Strom Deutschlands zu erhalten und im Sinne nationaler und internationaler Ziele zu Erhaltung der Biodiversität zu entwickeln.

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Mit dem neuen Bundesprogramm Blaues Band Deutschland hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, einen Biotopverbund von nationaler Bedeutung zu schaffen. Die Elbe liefert hervorragende Vorrausetzungen als wesentliches Bindeglied für einen solchen Biotopverbund und sollte im Rahmen des Gesamtkonzeptes wegweisend für die grüne und blaue Infrastruktur entwickelt werden.“

Foto oben: Mit Gesprächspartnern aus der Region am „Auenblick“ beim Bösen Ort. Vordere Reihe v.l.n.r.: Axel Vogel (Fraktionsvorsitzender Brandenburg), Dr. Meike Kleinwächter (Leiterin BUND-Auenzentrum in Lenzen), Anja Piel (Fraktionsvorsitzende Niedersachsen), Ursula Nonnemacher (Sprecherin für Inneres und Kommunales, Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie im Landtag Brandenburg), Horst Möhring (ehem. Vorsitzender der lokalen Agrargenossenschaft), Steffi Lemke (Parlamentarische Bundesgeschäftsführerin und Sprecherin für Naturschutz).

Quelle: Trägerverbund Burg Lenzen (inkl. Foto)


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