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Prignitz. Im Jahr 2017 hat die Naturwacht zehn Standorte vom Lämmersalat zwischen den Ortschaften Moor und Nebelin entdeckt. Die Pflanze gehört mit zu den Korbblütlern sowie Rainkohl und Löwenzahn. „Die Pflanzenfamilie ist zum Teil sehr schwierig zu bestimmen, deswegen haben viele Menschen keine Lust, sich mit ihr auseinander zusetzen. Ich hatte bei einer Exkursion mit dem Botanischen Arbeitskreis Lüchow-Dannenberg von Heinke Kelm die Merkmale der Blattrosette vom Lämmersalat erklärt bekommen“, erzählt die Rangerin Marion Korsch, die die Vorkommen während der Ortolanerfassung gefunden hat.

Der Lämmersalat blüht ab Mitte Mai gelb, wird 10 bis 25 cm hoch, die fleischigen Blätter sind verkehrt-eiförmig und bilden eine Grundrosette. Die Blätter sind gezähnt und die Blattzähne weisen nach außen. Am auffälligsten ist der keulig verdickte Stängel unter dem Blütenstand. Zudem ist der Stängel unten rötlich überlaufen.

Der Lämmersalat  gehört mit zur Segetalflora, das heißt, er ist ein Ackerunkraut. Vor der landwirtschaftlichen Intensivierung war der Lämmersalat eine typische Begleitpflanze der Roggenäcker insbesondere in Nordwestdeutschland. Er wächst vor allem auf Sandböden. Infolge intensivierter Landwirtschaft mit hohem Stickstoffdünger- und Herbizideinsatz wird Lämmersalat heute aber eher auf Saumbiotope und Sonderstandorte wie Wegränder, Sandgruben, Heiden oder auch Bergbaufolgelandschaften zurückgedrängt.

Mittlerweile gilt er in Brandenburg und Deutschland als stark gefährdet. An einem Fundort des Lämmersalates im Biosphärenreservat gibt es initiert durch den Förderverein des Biosphärenreservates mittlerweile einen Extensivacker zur Erhöhung der Artenvielfalt und damit verbundener Ökosystemleistungen bei Mankmuß. Der ein Hektar große Extensivacker gehört mit zu einem Forschungsprojekt des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Das Institut will einen Onlinemarktplatz für zertifizierte Naturschutzprojekte einrichten. Die ersten zertifizierten Pilotprojekte werden interessierten Unternehmen schon jetzt angeboten.

Quelle: Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg (inkl. Foto)


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