Umfrage und Ideenwettbewerb zur Weiterentwicklung des Radlerparadies Prignitz beendet

» Vier Preisträger vom Tourismusverband Prignitz e.V. und der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz eG ausgezeichnet

Prignitz. Als innovatives, serviceorientiertes und wegweisendes Projekt wurde die „Knotenpunktwegweisung“ 2013 mit dem „Tourismuspreis des Landes Brandenburg“ geehrt. Zahlreiche Destinationen in Brandenburg und auch in Sachsen-Anhalt zogen und ziehen nach. Um auf dem hart umkämpften Markt der Radfahrer nicht abgehängt zu werden und die Rolle als Vorreiter in Brandenburg zu behaupten, startete der Tourismusverband Prignitz e.V. eine Umfrage und einen Ideenwettbewerb unter den Mitgliedern und Partnern der Region. „Das Image als ‚Radlerparadies Prignitz‘ kann nur leben, wenn es durch unsere Leistungsträger in der Prignitz mitgetragen und mitgestaltet wird. Jedes Unternehmen und jeder einzelne kann dazu beitragen“, so Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz e.V.

Knapp 50 Leistungsträger beteiligten sich an der Umfrage. Besonders erfreulich sei es, dass ein Großteil der Befragten (ca. 90 %) die Knotenpunktweisung kenne und in der Lage sei Auskunft dazu zu erteilen, so Laskewitz. Die befragten Leistungsträger zeigten sich insgesamt auch sehr zufrieden mit der Infrastruktur. Insgesamt 24 Mal wurde die Note 2 für die Radinfrastruktur verteilt. Bemängelt wurden vor allem die fehlende Gastronomie am Wegesrand und Wurzeldurchbrüche auf Radwegen. „Die Investition in Radwege und damit die Qualitätsverbesserung bilden die Basis für den Radtourismus. Derzeit läuft noch das Förderprogramm zur Modernisierung überregionaler Radwegeinfrastruktur im Land Brandenburg. Im August wurde der erste Fördermittelbescheid für die Stadt Pritzwalk übergeben.

Über 30 Vorschläge gingen beim Tourismusverband ein

Damit fiel der Startschuss. Weitere fünf Kommunen haben ihre Vorhaben zur Investition eingereicht und der Baubeginn dieser Förderperiode ist noch in diesem Jahr. Die Modernisierung soll bis Ende 2023 fertiggestellt sein“, so Laskewitz. Die Arbeit des Tourismusverbandes hinsichtlich des Radtourismus fand noch mehr Zuspruch. 14 % der Befragten sind sehr zufrieden und gaben die Note 1, 63 % der Befragten gaben die Note 2. Kein einziges Mal wurden die Noten 5 oder 6 gegeben. Lob gab es für das Marketing und die Printprodukte, Kritik für die grenzübergreifende Zusammenarbeit und fehlende grenzüberschreitende Touren. „Wir nehmen die Kritik sehr ernst und arbeiten derzeit mit Partnern in Niedersachen und Sachsen-Anhalt an einer Grenzlandradtour, die auch über die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Susanne Figueredo buchbar sein soll“, erzählte Laskewitz.

Neben Fragen zur Zufriedenheit wurde ein Ideenwettbewerb ausgelobt. Gesucht wurden durch die Leistungsträger umgesetzte oder in Zukunft geplante Ideen und Vorschläge zur Belebung des Images als Radlerparadies. Über 30 Vorschläge gingen beim Tourismusverband ein. Die Bewertung erfolgte durch eine Fachjury. Die Jury setze sich zusammen aus Tino Freißler vom Bett+Bike Brandenburg, Dirk Wetzel von der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH und Uwe Seibt, Referent Tourismus der IHK Potsdam. „Die Jury entschied anhand der vier Kriterien Innovationsgehalt, Nachhaltigkeit, Qualität und Kundenorientierung sowie Bezug zur regionalen Marketingstrategie“, erklärt Laskewitz. Platz 3 teilen sich die Städte Perleberg und Pritzwalk.

Viel Liebe zum Detail

„Die Rolandstadt bietet hervorragende Services für die radelnden Gäste und Einheimischen. Neben der digitalen Infostele und einer Ladesäule entstand im letzten Jahr auch ein Hotspot auf dem Marktplatz, der neuerdings die Nutzer nach Anmeldung mit ‚Herzlich willkommen im Radlerparadies Prignitz‘ willkommen heißt“, so Uwe Seibt. Darüber hinaus ist die Stadt aktiv als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen des Landes Brandenburg, organisiert einmal jährlich das Stadtradeln mit bunten Aktionen rund um das Thema Rad und erreichte im Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs e.V. den zweiten Platz im Land Brandenburg (deutschlandweit Platz 7). „Die Arbeit nach innen, die Tourismusgesinnung bei den Einwohnern und regionalen Akteuren zu stärken, dienen die Bürgermeister-Touren in Pritzwalk. Hier werden Einwohner zu guten Gastgebern gemacht“, führte Uwe Seibt in seiner Laudatio weiter aus.

Gewonnen haben die beiden Städte jeweils ein regionales Radzubehörpaket. Platz 2 ging an Schloss Grube für das Arrangement „Pedalritter“. „An sich sind ‚einfache Radpauschalen‘ nicht preiswürdig – hier steckt aber viel Liebe zum Detail drin und zeigt, dass es einfach sein kann, ein Angebot zu schaffen, von dem die Prignitz noch mehr braucht, um ‚paradiesische Zustände‘ für Radler zu schaffen. Und ‚nebenbei‘ wird ein häufig in der Befragung genanntes Problem gelöst: selbst, wenn es keine Gastronomie an der gewählten Tour gibt: die Radproviantbox aus der eigenen Küche versorgt Gäste auch unterwegs. Wer nicht allein radeln will, dem stellt das Schloss auch einen professionellen Radguide zur Verfügung“, erklärt Tino Freißler die Platzierung. Schloss Grube erhielt ein Marketingpaket der TMB.

Gutschein der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz

Der erste Platz ging an das Netzwerk rund um die Lenzerwische-Tour. Seit diesem Jahr werden in der Saison von April bis September jeweils am 1. Samstag im Monat geführte Radtouren durch die Naturwacht, das BUND Besucherzentrum Burg Lenzen und die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Gertrud Rohloff-Hecker in Kooperation mit den Gastgebern entlang der Strecke angeboten. Die Startzeit der Touren ist an den PlusBus 944 Prignitzer Elbtalaue, der von Ostern bis Oktober bis zu fünf Fahrräder transportieren kann, gebunden. Eine Idee der Akteure ist es, die Tour zukünftig einmal jährlich als geführte „Genießertour“ anzubieten. Jeder radelnde Gast erhält zum Start der Tour im Besucherzentrum der Burg Lenzen einen Genießerbeutel, welcher im Laufe der Tour bei den Gastgebern links und rechts des Wegesrandes mit regionalen und saisonalen Genuss- und Freizeitartikeln gefüllt wird.

Doch nicht nur der Genussbeutel soll bei den Gastgebern gefüllt werden, sondern auch die knurrenden Mägen der Radler. Sie erhalten jeweils eine Kleinigkeit zu essen bzw. ein Erfrischungsgetränk. Der erste Platz wurde mit einem Gutschein der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz eG im Wert von 250 € belohnt. Zusätzlich verschenkte der Tourismusverband eine Virtual Reality Brille an das Besucherzentrum der Burg Lenzen. Darauf soll zukünftig der Virtual Reality Film über die Tour ablaufen und die Radfahrer im Besucherzentrum auf die Tour einstimmen.

Foto: Sabine Forberg vom BUND Besucherzentrum Burg Lenzen übernimmt stellvertretend für das Netzwerk ‚Lenzerwische-Tour‘ den 1. Preis von Mike Laskewitz (Geschäftsführer Tourismusverband) und Ronny Löwe (Volks- und Raiffeisenbank Prignitz eG) entgegen.

Quelle: Tourismusverband Prignitz e.V.
Foto: Jeanette Küther