» Sachbereich Kataster und Geoinformation mit interessanten Themen zur Grenzöffnung vor 30 Jahren / Ausstellung in der Kreisverwaltung Prignitz

Perleberg. Auf spezifische Art und Weise näherte sich der Sachbereich Kataster und Geoinformation des Landkreises Prignitz dem Fall der Mauer vor genau 30 Jahren. Das Thema „Grenzen“ beleuchteten die Mitarbeiter politisch, topografisch und eigentumsrechtlich. Dazu sprach in einem Vortrag Dipl.-Ing. Dieter Kertscher über die einstige Grenze zwischen der DDR und BRD. Kertscher war Leitender Vermessungsdirektor in Wolfenbüttel und hatte viel mit Vermessern aus dem Osten zur regelmäßigen Grenzfeststellung zu tun.

Dabei gab er die eine oder andere Geschichte preis, die feinsinnig die Besonderheiten ost- und westdeutscher Sichten und Entwicklungen deutlich machten. Auch beim gebotenen Ernst der politischen Lage und der brisanten Arbeit der Vermessungstrupps aus Ost und West „menschelte“ es sehr, wusste Kertscher dem Publikum im voll besetzten Tagungsraum der Kreisverwaltung zu erzählen. Kertscher unterlegte seine Ausführungen mit umfangreichem Bildmaterial über die Grenzsicherungsanlagen der DDR, die meist heimlich aufgenommen worden sind.

Ausstellung noch bis Januar 2020

Nach einer Präsentation zur Grenze zwischen Lütkenwisch und Schnackenburg entstand eine angeregte Diskussion zum Thema Küchenfischereirechte und Eigentumsrechten sowie zum Grenzverlauf in der Elbe an dieser Stelle. Die Katasterbehörde öffnete im Anschluss ihre „Schatzkammer“, gefüllt mit den Aufzeichnungen zu Grenzverläufen, Grenzniederschriften, Steuererhebungen, Karten und Büchern seit 1865. Hier konnten Einblicke in die Geschichte der Eigentumssicherung durch das Liegenschaftskataster gewonnen werden.

Die gelungene Veranstaltung wurde von der Ausstellung „Gewanne- die einzigartigen Feldstrukturen der Landschaft“ im Foyer der Kreisverwaltung Prignitz in Perleberg in der Bergstraße 1 begleitet. Die Ausstellung wird ergänzt durch kuriose, rätselhafte bzw. besondere Gewannbezeichnungen der Prignitz. Die Ausstellung kann noch bis Januar 2020 besichtigt werden.

Zur Veranstaltung waren Vertreter des Ministeriums des Innern und für Kommunales, des Landesbetriebes Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, kommunale Vertreter, Gäste aus den benachbarten Katasterbehörden Stendal, Ludwigslust-Parchim, Ostprignitz-Ruppin, Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure sowie interessierte Bürger erschienen.

Quelle: Landkreis Prignitz (inkl. Foto)


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