Prunk-Degen des Achatz von Quitzow soll restauriert werden

Kletzke. Die Dorfkirche in Kletzke besitzt eine der reichsten und prunkvollsten manieristischen Kirchenausstattungen der Prignitz. Der Grund dafür ist, dass die berühmte Adelsfamilie von Quitzow hier ihr Patronatsrecht ausübte und für Ihr Seelenheil im 16. und frühen 17. Jahrhundert umfangreiche Memorialstiftungen vornahm. Unter den zahlreichen großartigen Grabdenkmälern und Epitaphien befindet sich auch ein unscheinbarer Holzkasten, in dem sich ein alter rostiger Degen befindet. Dieser wurde 1902 bei Instandsetzungsarbeiten in der Kirche in einer Gruft vor dem Altar entdeckt, die dem Ritter Achatz von Quitzow († 1605) gehört.

Der Entschlafene – so berichtet es der damalige Pfarrer – hielt in den gekreuzigten Händen den zierlichen Degen, der neben einem Goldring dem Grab entnommen wurde. Unter – wie sich herausstellte – konservatorisch ungünstigen Verhältnissen überdauerte der Prunkdegen die letzten Jahrzehnte in seinem Schaukasten hinter dem Altar. Starke sichtbare Korrosion zeugt offenkundig vom stetigen Zerfall.

Erstmalig nach über 100 Jahren wurde nun der Quitzow-Degen vom Dipl.-Restaurator Alexander Seifert (Berlin) in Augenschein genommen. Der Experte soll eine Konservierung/Restaurierung vorbereiten, deren Mitfinanzierung durch die Bruderschaft der Askanier e.V. in Aussicht gestellt wurde.

Der Verein zur Darstellung des einst lebendigen Mittelalters unternahm im Oktober diesen Jahres unter Leitung von Dr. Clemens Bergstedt (Burg Ziesar) und Führung von Gordon Thalmann (Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V.)  seine Herbstexkursion nach Kletzke  und signalisierte eine finanzielle Unterstützung im Rahmen der dringend erforderlichen Konservierungs-/ Restaurierungsarbeiten, die für das kommende Jahr angedacht sind.

Quelle: Landkreis Prignitz (inkl. Fotos)