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Liebe Prignitzerinnen, liebe Prignitzer,

manchmal braucht es etwas Abstand, um die Dinge neu zu sehen, neu zu werten und in ihrer Bedeutung noch mehr schätzen zu lernen. 2019 war so ein Jahr, das uns ob des Mauerfalls vor 30 Jahren neu zusammenführte.

Einige waren vielleicht dabei, als im August der Evangelische Kirchenkreis zu einer Radtour entlang des wunderschönen Elbradweges von Wittenberge bis Dömitz einlud. Landschaft und Natur sind einfach überwältigend. Für uns beide war die Tour entlang der Elbe gleichfalls eine Reise in die Vergangenheit. Hier stehen noch Grenztürme, die an die Mauer und die Schrecken der innerdeutschen Teilung erinnern.

Der seit 1974 in Müggendorf lebende Künstler Guntram Kretschmar wusste uns von Passierscheinen, Denunziationen und anderen Schikanen zu erzählen, wenn die Grenzsoldaten nachts in die Fenster leuchteten. Wäre die Wende drei Wochen später gekommen, hätte das kleine Elbdorf Lütkenwisch weitere Häuser, darunter die Schule, verloren, erzählte uns der Lanzer Bürgermeister Hans Borchert. Früher hatte der Ort 260 Einwohner, 1989 lebten nur noch 16 Bürger am Deich.

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Der 3,60 Meter hohe Streckmetallzaun schien schier unüberwindbar.

Doch es kam die Wende. Mutige Menschen wagten den Aufbruch. Sie wollten ein besseres Land, ein anderes Demokratieverständnis und vor allem Freiheit.

Die friedliche Revolution vor 30 Jahren war wie ein Wunder und geschichtlich einmalig. Beide Seiten, ob Ost oder West, haben von der Wiedervereinigung profitiert. Die Infrastruktur und die Lebensverhältnisse haben sich deutlich verbessert. Das ist unbestreitbar. Darauf können wir stolz sein. Das wurde mehr als deutlich während unserer von vielen Partnern links und rechts der Elbe gemeinsam getragenen Veranstaltung „Freiheit im Fluss“ am 9. November dieses Jahres in den Elbwiesen von Lütkenwisch.

Deutlich wurde an diesem Tage auch, dass Mauern keine Lösung zur Klärung heutiger Probleme sind. Es geht um Austauschen, nicht um Ausgrenzen.

Im Rückspiegel des Jahres 2019 gab es viele weitere Ereignisse, die die Entwicklung des Landkreises positiv prägten und prägen werden. Ein neuer Kreistag nahm seine Arbeit auf, der Breitbandausbau wird nun konkret, die interkommunale Zusammenarbeit gewinnt an Gewicht, die Kooperation mit den Nachbarkreisen vertieft sich, die Kreisumlage konnte gesenkt werden, die Auftragsbücher in der Wirtschaft waren und sind sehr gut gefüllt, die Arbeitslosenquote mit zuletzt 6,6 Prozent ist erneut die geringste seit der Wiedervereinigung. 

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Zu den Höhepunkten 2019 zählen wir auch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Vereinbarung zwischen dem Landkreis Prignitz und dem Kreis Alba in Rumänien. Wir freuen uns sehr, schon im Januar erneut eine rumänische Delegation begrüßen zu können.  Wir wollen unsere bislang fruchtbringenden Gespräche über Möglichkeiten des Austausches und der Zusammenarbeit für beide Seiten fortsetzen.

Liebe Prignitzerinnen, liebe Prignitzer,

wir wünschen Ihnen im Kreise Ihrer Familien, Verwandten und Freunde zum Jahreswechsel ein wenig Zeit für einen beschaulichen Rück- und Ausblick, um die Dinge neu zu sehen, neu zu werten und neu schätzen zu lernen.

Für das bevorstehende Jahr 2020 Gesundheit, Glück und alles Gute!

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Harald Pohle, Vorsitzender des Kreistages Prignitz
Torsten Uhe, Landrat des Landkreises Prignitz

Quelle: Landkreis Prignitz
Foto: Redaktion


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