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Pritzwalk. „Investitionen in unsere Stadt mit ihren Ortsteilen stellen auch immer Investitionen in unsere Zukunft dar“, begrüßte der Pritzwalker Bürgermeister Dr. Ronald Thiel die Gäste zu Beginn einer Einwohnerversammlung im Januar. Gleich zwei große Straßenbauvorhaben sollen die Verkehrssituation für die Pritzwalker Ortsteile Kemnitz und Mesendorf verbessern. „Nach langen Jahren des Stillstandes rührt sich etwas an der B189 und erstmalig an der B107“, so Dr. Ronald Thiel. Die Stadt hatte zusammen mit dem Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg die Anlieger aus beiden Ortsteilen zu einem Informationsabend ins Kulturhaus eingeladen, um sie über die Einzelheiten aufzuklären.

Wichtige Verkehrsader

Längst überfällig sind die Sanierung und der Neubau der B189 im Bereich Kemnitz. Ab April sollen dort die Baufahrzeuge im Einsatz sein, informierten Vertreter des Landesbetriebes. „Als eine der wichtigsten Verkehrsadern der Region und künftige Verbindung zwischen der A24 und der A14 müssen wir die B189 ertüchtigen“, sagte Frank Schmidt von der Niederlassung West des Landesbetriebes Straßenwesen. Mehr als drei Millionen Euro werden aus Bundesmitteln investiert, weitere 300.000 Euro fließen in den Radwegebau. Bauherr ist der Bund, die Ausführung liegt beim Land.

Foto: Beate Vogel

Die bisherige Verkehrsführung entspreche nicht mehr den Anforderungen, sagte Stefan Simon vom Planungsbüro Schüßler-Plan. „Die Radwegführung ist ein Provisorium, ebenso wie das Ende der Ortsumgehungsstraße“, erklärte er. Zudem sei die Brücke über den Kemnitzbach zu klein und die Mittelinsel entspreche nicht mehr den aktuellen Regeln.

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Völlig neu gebaut werden sollen nun die Verkehrsinsel mit einer Querungshilfe am Ortseingang Kemnitz, eine Querspange für den Radweg an der Landesstraße und die Entwässerungsrinne in der Ortsdurchfahrt Kemnitz, die bei der Gelegenheit grundhaft erneuert wird. Bis Sommer 2021 sollen die Arbeiten dauern. „Es kann aber auch sein, dass der Baubetrieb früher fertig ist“, schilderte Frank Schmidt seiner Erfahrungen.

Enge Abstimmung

Insgesamt neun Sperrabschnitte sind geplant, wobei eine zehnwöchige Vollsperrung sicher die größte Herausforderung darstellen dürfte. Den Bauablauf  stimmen der Baubetrieb und die Stadtverwaltung eng miteinander ab. Über die aktuellen Umleitungsstrecken wird zeitnah informiert. In die Planungen flossen auch die Anregungen den Einwohner von Kemnitz ein, etwa was die Geschwindigkeitsreduzierung, die Abstimmung während der Bauzeit und den Schülerverkehr angeht.

Hoffnung gibt es auch für die Anrainer der B107 zwischen Klenzenhof, Mesendorf und Pritzwalk: Der Landesbetrieb bereitet den Ausbau der bislang sehr schmalen Strecke vor. „Wir wollen auch diesen Abschnitt als leistungsfähige Bundesstraße ausbauen“, sagte Frank Schmidt. Das sei aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich. Auch hier wird ein Radweg gebaut, der die Strecke etwa zum Pollo-Bahnhof in Mesendorf erheblich sicherer macht.

Zwei Varianten

Der Landesbetrieb hat zwei Varianten erarbeitet. Bevorzugt wird eine neue Trasse hinter der Kurve am nördlichen Mesendorfer Ortsausgang. Sie soll parallel zur bisherigen B107 verlaufen und dann etwa in Höhe des Weges nach Buchholz zurück auf die vorhandene Trasse zurückschwenken. Der Radweg würde dabei auf der alten Bundesstraße entstehen. „Bei dieser Variante müssen wesentlich weniger Bäume gefällt werden als bei einer einseitigen Verbreiterung der bestehenden Fahrbahn“, erklärte Kathlen Henze, die mit der Planung befasste Sachgebietsleiterin. Der Unterschied ist beträchtlich. In der Vorzugsvariante seien 31 Bäume zu fällen, während es 165 Bäume bei der Fahrbahnverbreiterung wären.

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„Wir können uns in Pritzwalk über die Investitionsvorhaben im mehrstelligen Millionenbereich freuen“, sagte Bürgermeister Dr. Ronald Thiel. „Unser gemeinsamer Einsatz für den Ausbau der B 107 bis Klenzenhof hat sich gelohnt.“ Es sei seit zehn Jahren das erste größere Bauvorhaben an einer Bundesstraße auf dem Gebiet der Stadt Pritzwalk. „Damit wird der Rolle unserer Stadt als Mittelzentrum und Anker im Raum Rechnung getragen“, erklärte Dr. Ronald Thiel. Am Ende profitieren alle davon.

Bessere Anbindung

Nicht zuletzt verbessere der Ausbau die Anbindung der gesamten Stadt Pritzwalk und stärke damit die Stadtentwicklung. Dass in diesem Zuge neue Radwege entstehen, sei besonders begrüßenswert. Damit setze die Stadt ihre Strategie fort, die Umlandgemeinden besser anzubinden.

„Ich möchte mich ausdrücklich beim Bürgermeister und seinem Stellvertreter bedanken“, sagte Frank Schmidt. „Sie waren und sind verlässliche Partner, wenn es darum geht, das Straßennetz in der Region zu verbessern“, sagte Frank Schmidt. Nach der Vergabe der Bauleistungen erfolgt eine weitere Einwohnerversammlung mit Vertretern des Baubetriebes, kündigte Frank Schmidt an.

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Quelle: Stadt Pritzwalk
Foto oben: Andreas König


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