Prignitz. Die Spitzenböen in der Prignitz lagen in der Nacht zum Montag bei 85 Stundenkilometern. Es war kein Orkan, vielmehr ein kräftiger Sturm, der keineswegs eine seltene Ausnahme darstellte. Dennoch waren die Warnungen im Vorfeld gerechtfertigt. Das Sturmtief übertraf zwar nicht die maximalen Berechnungen, trotzdem lagen die Windgeschwindigkeiten im vorhergesagten Sturmbereich.

Autofahrer fahren gegen Äste

Und die waren kräftig zu spüren: Ab 18 Uhr, pünktlich zu Beginn der Unwetterwarnung, fielen die ersten Bäume auf die Straße – erst im Bereich Glöwen, dann auf der A24. In der Nacht gab es im ganzen Landkreis mehrere Feuerwehreinsätze. In Perleberg rückten die Einsatzkräfte um 20.15 Uhr zu einem umgestürzten Baum in die Wilsnacker Chaussee aus.

In der Wilsnacker Chaussee bei Perleberg blockierte ein Baum halbseitig die Fahrbahn. Foto: Michael J. Pfeiffer

Etwa eine Stunde zuvor ereignete sich auf der Bundesstraße 5 in Kyritz, kurz vor dem Abzweig zum Schwarzen Weg, ein Verkehrsunfall mit Sachschaden. Eine 28-jährige Fahrerin eines Pkw Mercedes befuhr die Bundesstraße, als plötzlich ein großer Ast auf die Fahrbahn fiel. Die 28-Jährige konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Am Mercedes entstand ein Sachschaden von etwa 400 Euro.

Feuerwehrleute beräumen die Straßen

Nur wenig später befuhr ein 63-jähriger Fahrer eines Pkw VW die Seestraße in Kyritz. Auch dort lag ein Ast auf der Fahrbahn und der Wagen kollidierte mit diesem. Am VW entstand Sachschaden. Bei beiden Unfällen wurde niemand verletzt. Die Einsatzkräfte hatten in der Nacht bis in die Morgenstunden hinein jede Menge zu tun. Nicht nur die Perleberger Wehr, auch die aus Wittenberge rückte zu gleich zwei Einsätzen aus.

Die Wittenberger Feuerwehr beräumt einen Baum nahe Hinzdorf von der Straße. Foto: Feuerwehr Wittenberge

Gegen 1 Uhr lag ein Baum auf einem Seitenweg zwischen Bentwisch und Motrich. Die Feuerwehrleute schnitten ihn zurück. Gleiches war auch etwas später in Hinzdorf bei Wittenberge und Lübzow bei Perleberg der Fall. Nicht nur im Süden, auch im Norden der Prignitz, darunter im Bereich Pritzwalk und Putlitz, mussten die Feuerwehrleute Bäume von den Straßen räumen.

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Windböe fegt Transporter von Straße

Gegen 07.20 Uhr ereignete sich dann auf der A24 ein Verkehrsunfall: Ein Mercedes-Kleintransporter wurde heute beim Überholen zwischen den Anschlussstellen Meyenburg und Pritzwalk von einer Windböe erfasst. Der Wagen kollidierte mit den gerade überholten Sattelzug und der Mittelschutzplanke. Im Anschluss kippte der Transporter auf die Seite.

Der 36-jährige Prignitzer Fahrer und sein Beifahrer waren augenscheinlich unverletzt, wurden jedoch zur Untersuchung mit Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der Kleintransporter musste geborgen werden. Der entstandene Sachschaden wird auf ca. 20.000 Euro geschätzt. Die Richtungsfahrbahn Berlin musste zeitweise einseitig gesperrt werden.

Foto extern: WetterOnline (nicht auf eigenem Server)

Bis Montagmittag waren in der Einsatzleitstelle in Potsdam 20 Einsätze in der Prignitz eingegangen. Zum Vergleich: Bei Sturm Xavier waren es an einem Tag allein 50 Feuerwehreinsätze in Perleberg und 68 in der Prignitz. Kann die Prignitz jetzt durchatmen? – Ja, das kann sie. Trotzdem bleibt das Wetter weiter unbeständig und was dem Wind angeht sehr ruppig.

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Neue Stürme sind möglich

Die Saison der Winterstürme ist noch nicht zu Ende. Vorerst ist bis Wochenmitte recht stürmisches Wetter vorhergesagt. Dann bahn sich auch schon ein neuer Sturm an. Der könnte uns erneut einen ungemütlichem Wochenstart am kommenden Montag bereiten. Dafür ist es aber noch zu früh. Ob sich die Vorhersagen so bestätigen und warnrelevant werden, kann jetzt noch nicht beurteilt werden.

Quelle: Redaktion+Polizei
Foto oben: Michael J. Pfeiffer


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