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Prignitz. Nachdem das gemeinsame Anradeln in der Fahrrad-Saison 2020 aufgrund des Coronavirus abgesagt werden musste, sind nun wieder Individualreisen möglich. Ab Ende Mai dürfen Pensionen und Hotels wieder öffnen, Ferienwohnungen und -häuser sowie Camping- und Reisemobilplätze sogar bereits seit Freitag. Dies ermöglicht besonders ausgedehnte Fahrrad-Reisen im einzigartigen Radlerparadies in Brandenburg – mit Zug und Auto nur rund anderthalb Stunden von Berlin und Hamburg entfernt.

Auch wenn Führungen noch nicht wieder möglich sind, können Radtouristen die Prignitz auf eigene Faust entdecken. Doch das ist in der einmaligen Region mit ausgeprägter Tier- und Pflanzenwelt gar kein Problem. Denn das Radlerparadies bietet ein System, mit dem sich jedermann ganz einfach auf vielen vorgeplanten Touren orientieren kann: Die Knotenpunktwegweisung, das sogenannte „Radeln nach Zahlen“, das mit dem Tourismuspreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet wurde.

Den Kreuzungen mindestens dreier Radwege ist dabei jeweils ein Knotenpunkt mit einer Nummer zugeordnet und ermöglichen so eine stressfreie Orientierung unterwegs. Auf über 1.100 Streckenkilometern leiten rund 130 nummerierte Knotenpunkte den Radler einfach und sicher durch die Region. „Die Prignitz ist ein wahres Paradies für Fahrradfahrer, perfekt für ruhe- und erholungsliebende sowie kulturinteressierte Urlauber“, erklärt Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz.

„Für kinderleichtes und entspanntes Radfahren haben wir 17 thematische Tour-Empfehlungen mit Knotenpunkten zusammengestellt.“ Zudem müssen begeisterte Radler in der Urlaubsregion kaum Höhenmeter auf den Strecken überwinden – meist verläuft die Strecke flach auf gut ausgebauten Radwegen.

Wer die typische Prignitzer Landschaft kennenlernen möchte, dem empfiehlt Laskewitz insbesondere die Lenzerwische-Tour: Auf der 27 Kilometer langen Strecke entdecken Touristen die Landschaft zwischen Elbe und Eldemündung mit einzigartiger Natur, idyllischen Örtchen und niederdeutschen Hallenhäusern. „Von der Burg Lenzen aus geht es auf Entdeckungstour über den Elbdeich entlang der Elbe, die durch die mit Weiden durchsetzten Auen fließt und somit ein wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tiere bildet“, erläutert Laskewitz den Beginn der Lenzerwische-Tour.

Direkt am großen Strom entlang führt es die Radler anschließend zum ehemaligen Grenzturm und der imposanten Skulptur eines mystischen Fährmannes. Danach geht es zurück zum Ausgangspunkt entlang durch das grüne Hinterland und kleine Wischedörfer mit charakteristischen Feldsteinkirchen und typisch norddeutschen Hallenhäusern aus Backstein. Direkt am Elbdeich lädt auch das beliebte Lokal „Elbeglück“ wieder Fahrrad-Enthusiasten zu einer kurzen Pause ein.

Kleine Snacks und Getränke werden hier frisch zubereitet und in einem charmanten Garten serviert. Wer für mehrere Tage in der Prignitz unterwegs ist, kann sogar ab sofort in einem der beiden Häuschen, die zum „Elbeglück“ gehören, übernachten. Die urigen 50 und 100 Quadratmeter großen Ferienhäuser sind geradezu prädestiniert für Fahrradfahrer und direkt an das Radwegenetz angebunden.

Auch das „Schloss Grube“ ist eine beliebte Anlaufstelle für Radurlauber. Dessen „Pedalritter“-Angebot bietet Radlern ab dem 29. Mai wieder drei Übernachtungen zum Vorzugspreis an. Im Preis inbegriffen sind Fahrradnavigationssysteme, sichere Abstellmöglichkeiten für die Zweiräder, Streckenpläne mit Empfehlungen des Hauses sowie eine tägliche Verpflegungsbox. In dem historischen Ort können mehrere kleine und große „Radeln nach Zahlen“-Touren begonnen werden.

Ein Stück von „Schloss Grube“ entfernt, beginnt so beispielsweise die „Pollotour“. Auf 39 Kilometern lernen Gäste die Strecke der einzigen Schmalspurbahn Brandenburgs, „Pollo“, kennen und entdecken weitere Erlebnisorte, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen begeistern. Neben einer Sommerrodelbahn erwarten die Radler beispielsweise ein Badesee, eine Burgruine und natürlich die Museumsbahn selbst.

Ebenfalls an mehrere Touren im Radlerparadies angebunden ist die Stadt Kyritz im Dosse-Seen-Land. Dort startet beispielsweise die „Kleeblatt-Städte-Tour“, die bei vielen Fahrradfahrern besonders gut ankommt. Die 36 Kilometer lange Strecke ist komplett sehr gut ausgebaut. Dazu bietet sich den Reisenden ein einmaliger Blick auf Natur pur, denn die Tour führt direkt an der malerischen Kyritzer Seenkette entlang. Wer sich gern einmal mit einem Sprung ins kühle Nass auffrischt, ist hier richtig aufgehoben.

In Kyritz empfängt das Landhotel Heine, zu dem auch die „Ferienhäuser an der Stadtmauer“ gehören, unter anderem auch Urlauber, die ihr Fahrrad lieber zu Hause lassen. Denn der familiengeführte Betrieb bietet eigene Fahrräder und E-Bikes zum Entleihen an: „Unseren Gästen stehen modernste Pedelecs von KTM und Corratec 2019 zur Verfügung“, erklärt Geschäftsführer Andreas Heine. „Diese sportlichen Räder sind für jedes Alter geeignet und ideal zum Erschließen der Natur, des Seerundweges und zum Fahren über die vielen Wege und Alleen an der Kyritzer Seenkette.

Auch weitere Tagesrundfahrten in der Prignitz und richtige Radwanderungen sind dank der Batterie-Kapazität dieser neuesten Elektrofahrräder möglich.“ Familie Heine desinfiziert die Räder natürlich nach jedem Gebrauch. Weiterhin kümmert sie sich um Lunch-Pakete und organisiert auf Wunsch individuelle Stadtführungen durch Kyritz.

Und auch das Wittstocker Land können Fahrrad-Begeisterte wieder erkunden. Mike Laskewitz empfiehlt in dieser Region die „Schlosstour“: „Radler erfahren Wissenswertes über den 30-jährigen Krieg, entdecken die alte Bischofsburg und die romantischen Renaissance-Schlösser Freyensteins mit ihren schönen Parkanlagen“, erklärt er.

Auf der 43 Kilometer langen Tour haben Fahrradfahrer außerdem die Gelegenheit, den Archäologischen Park Freyenstein und die achteckige Kirche in Glienicke zu erkunden. Im Start- und Zielort Wittstock bietet sich ein Bummel durch die historische Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten an.

Quelle: Tourismusverband Prignitz
Fotos: Markus Tiemann


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