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Perleberg. Das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg lädt am Sonntag, 23. August, um 14 Uhr zum Vortrag „Der Frieden von Perleberg vom 23. August 1420 – ein mittelalterliches Vertragswerk mit Gültigkeit bis heute!“ auf den Museumshof ein. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.


Über den Vortrag

Vor genau 600 Jahren wurde in Perleberg Frieden geschlossen. Bedeutsam war dieser Frieden, weil es sich eigentlich nicht um einen, sondern gleich um zwei Verträge handelte. ‚Bindeglied‘ zwischen beiden Verträgen waren dabei die Herzöge von Sachsen-Lauenburg, da sie in beide Konflikte, die den Verträgen vorausgingen, involviert waren. Die Konflikte hatten zusammengenommen eine überregionale Dimension. Sie reichten in ihrer Konsequenz deutlich über den engeren Bereich der Prignitz hinaus, indem sie das seinerzeitige Kräftespiel zwischen den mecklenburgischen Herzögen und den mit ihnen verwandten Fürsten von Wenden, den Herzögen von Pommern und den Markgrafen von Brandenburg sowie die Hansestädte Lübeck und Hamburg in ihrer weiteren Entwicklung betrafen.

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Foto: Stadtarchiv Perleberg

Der eine Vertrag sicherte die damals noch recht junge Herrschaft der Hohenzollern in Brandenburg zumindest einstweilen gegen gewaltsame Übergriffe der feindlichen Nachbarn aus Mecklenburg und Pommern ab; der andere Friedensschluss überführte zentrale Landstriche und Orte der Herzöge von Sachsen-Lauenburg in den dauerhaften Besitz der Hansestädte Hamburg und Lübeck. In ihren wesentlichen Teilen blieb die darauf fußende Grenzziehung von 1420 bis zum Jahr 1937, dem Jahr des Großhamburg-Gesetzes, bestehen. Mehr als 500 Jahre lang bestimmte der Frieden also die Geschichte hierzulande ganz konkret mit – und wenn man bedenkt, dass die Vierlande und Bergedorf bis in die Gegenwart zu Hamburg gehören, dann tut der Frieden von Perleberg aus dem Jahr 1420 das eigentlich heute noch!

Vor diesem Panorama macht es mehr als Sinn, sich einmal gezielt mit dem konkreten Anlass sowie den diversen Hintergründen, dem Inhalt und den kurz- und längerfristigen Konsequenzen des Perleberger Vertragswerkes von 1420 zu befassen.

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» Die Stadtverwaltung aufgrund der aktuellen Situation um eine verbindliche Anmeldung unter museum@stadt-perleberg.de oder der Tel. 03876/781422. Bitte beachten Sie, dass die Veranstalter nur über eine begrenzte Anzahl an Plätzen verfügen! Da der Vortrag auf dem Museumshof stattfindet, werden evtl. Regenschirm oder Regenkleidung benötigt.


Kabinettausstellung: „Friede, Freude, Fehde – 600 Jahre Perleberger Frieden“ vom Stadtarchiv und Stadt- und Regionalmuseum Perleberg in Kooperation mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg e.V., Ortsgruppe Geesthacht und der Bergedorfer Museumslandschaft.
Zeitraum: 23. August bis 4. Oktober
im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, Mönchort 7-11, 19348 Perleberg


Kurzvita des Referenten

Prof. Dr. Oliver Auge, Jg. 1971, 1991-1997 Studium der Geschichte und Lateinischen Philologie in Tübingen, 2001 Promotion in Tübingen mit der Arbeit „Stiftsbiographien. Die Kleriker des Stuttgarter Heilig-Kreuz-Stifts (1250-1552)“, ausgezeichnet mit dem Baden-Württembergischen Geschichtspreis, 2000-2007 wiss. Assistent am Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften in Greifswald, 2008 Habilitation in Greifswald mit der Arbeit „Handlungsspielräume fürstlicher Politik im Mittelalter.

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Foto: Oliver Auge

Der südliche Ostseeraum von der Mitte des Jahrhunderts bis in die frühe Reformationszeit“, 2007-2009 Lehrstuhlvertretungen in Greifswald und Göttingen sowie Mitarbeit am Sonderforschungsbereich 537 in Dresden, seit März 2009 Professor für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein in Mittelalter und früher Neuzeit, 2013 und 2016 Ablehnung zweier Rufe nach Salzburg bzw. Greifswald. Chefherausgeber des Jahrbuchs für Regionalgeschichte.

Forschungsschwerpunkte: Regional- und Landesgeschichte Schleswig-Holsteins, Mecklenburg-Vorpommerns, Württembergs und Tirols, Mittelalterliche Adels-, Reichs-, Kirchen- und Stadtgeschichte, Hansegeschichte sowie Universitätsgeschichte.

Quelle: Stadt Perleberg


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