Lesezeit: 3 Minuten

Perleberg. Darin sind sich die meisten einig: Richard Schuch war ein Perleberger Original. Die Stadt Perleberg erinnert am Sonntag, 23. August, anlässlich seines 95. Geburtstages an den gebürtigen Perleberger, der im Jahre 2002 auch in seiner Stadt die Augen schloss. Er blieb 77 Jahre seiner Heimatstadt von ganzem Herzen treu und war Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen bekannt, denn überall, wo sich Leute einfanden, hielt er sich „für einen guten Zweck“ auf.

Am 23. August 1925 erblickte Richard das Licht der Welt. Sein Vater war Unteroffizier. Nach der Lehre arbeite Richard im Wittenberger Nähmaschinenwerk als Maschinenschlosser, später war er Fahrradmechaniker, Justizwachtmeister, Kraftfahrer, Landfilmvorführer. In der Weihnachtszeit warf er sich den schweren Mantel des Weihnachtsmannes über, um den Kindern in Kindergärten und auf dem Weihnachtsmarkt eine Freude zu bereiten. Still und staunend standen die Kleinen vor dem gewichtigen Mann, der alle Register kannte, um das besondere Gefühl von Ehrfurcht und Freude in die Gesichter der Kinder zu zaubern.

Lese jetzt auch:  Unbekannte Frau hinterlässt Chaos in Hotelzimmer

Nachdem er die Vorwitzigen abgefragt und mit der Reisigrute für ein wenig Respekt gesorgt hatte, kramte der Alte in seinem Sack nach ein paar Bonbons – keineswegs nach ganzen Adventskalendern mit Schokolade wie heute üblich. Die frohen Kinder machten ihn glücklich. Auch jungen Frauen, die im Weihnachtsstress über den Markt hetzten, winkte er mitunter an seinen Platz und steckte ihnen ein Bonbon zu, der Gute Alte. Seine Gaben waren bescheiden, seine Mission hieß: Frohe Weihnachtszeit!

Lese jetzt auch:  Zwei Auseinandersetzungen am Rande des Perleberger Rolandmarktes

Kleingeld sammelte er außerdem im Verlaufe des Jahres an vielen Ladentheken mit seinen Spendenbüchsen für den Tierpark ein, nach dem Motto „Kleinvieh…“. Als Drehorgelspieler stand er in derselben Mission auf vielen Tierparkfesten und Märkten. Der Tierpark hat ihm viel zu verdanken. Die Stadt dankte ihm sein Engagement mit der Eintragung ins Goldene Buch im Jahre 1994.

Vorstellung des ehemaligen Union-Theaters

Da Richard Schuch in seinem Arbeitsleben auch Landfilmvorführer gewesen war, lag es nahe, auf der Rückseite des Erinnerungsblättchens das ehemalige Union-Theater in der Wittenberger Straße vorzustellen. Dort flimmerten zahllose Filme in den Jahren 1937 bis 1989 auf der Kinoleinwand. Begonnen hatte die Kino-Zeit in Perleberg schon 1912 mit der Eröffnung des ersten Union-Theaters in der Wollweberstraße. Als dieses keine Betriebserlaubnis mehr bekam, entschloss sich die Kinobetreiber-Familie Rietsch, ein neues Kino in der Wittenberger Straße zu bauen, das bis zur Wende in Betrieb war. Heute befindet sich Gastronomie im Gebäude.

Lese jetzt auch:  Perleberger Stadtmuseum für Bauarbeiten eingerüstet

» Das Erinnerungsblättchen über Richard Schuch ist ab sofort in der Stadtinformation Perleberg, Großer Markt 12, kostenfrei erhältlich.

Quelle: Stadt Perleberg
Foto: Sammlung Jens Nering


Keine Beiträge mehr verpassen!

Wir schicken Dir aktuelle Eilmeldungen, Top-Themen und die neusten Beiträge des Tages per Mail. Kein Spam und nur so lange Du das willst. Jetzt für unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter anmelden!