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Wittenberge. Unsere Politik wird, so scheint es, zunehmend von Gefühlen bestimmt. Wir leben in Zeiten der Daueraufgeregtheit. Fakten werden durch gefühlte Wahrheiten infrage gestellt. Radikale aller Couleur finden mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen immer mehr Zuspruch. Hier setzt die Ausstellung „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 | 19“ an, indem sie einen emotionsgeschichtlichen Blick auf die vergangenen 100 Jahre wirft.

Vom 7. September bis zum 25. Oktober kann die von den Historikerinnen Ute und Bettina Frevert erarbeite Ausstellung, unter der Schirmherrschaft von Bundesaußenminister Heiko Maas, im Stadtmuseum „Alte Burg“ in Wittenberge besucht werden.

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Eingebettet in die Ausstellung der Stiftung «Erinnerung, Verantwortung und Zukunft» und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist eine zweite Ausstellung: „Wittenberge Aufbruch und Anfang 1989“. Die Schwestern Christiane Meinhold und Annette Flade haben aktiv politisch in der Wendezeit gearbeitet und sich Mitstreiter in Wittenberge gesucht. Sie bewahrten die Dokumente jener Zeit auf, auch die ihres Vaters, Gerhard Krüger, und ihrer Kinder. Fotos zum Beispiel der ersten Montagsdemonstrationen, die die Fotografen Horst und Ralf Podiebrad gemacht haben, vervollständigen das Bild der Aufbruchsstimmung.

Christiane Meinhold und Annette Flade. Foto: Martin Ferch

Die Pastorenfamilie Worch bewahrte selbst gebaute Transparente von den Montagsdemonstrationen auf ihrem Boden auf. Die Ausstellung verdeutlicht die politische und gesellschaftliche Wirkungsmacht von Emotionen wie Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut. Gefühle waren Motor politischer und gesellschaftlicher Reform- und Demokratisierungsprozesse. Aber sie waren stets auch Gegenstand politischer Instrumentalisierung und Manipulation. Sie begleiteten uns 1989 auch hier in Wittenberge.

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Zu der Ausstellungseröffnung unter anderem mit der Historikerin Bettina Frevert sowie Annette Flade am Sonntag, 6. September, um 17 Uhr sind Interessierte eingeladen.

Zur Wahrung der Abstandsregelungen findet die Vernissage auf dem Museumshof in Pagodenzelten statt. Anschließend kann das Museum in kleinen Gruppen betreten werden. Bitte an den Mund-Nasen-Schutz denken! Die komplette Ausstellung kann vom 7. September bis zum 25. Oktober zu den Öffnungszeiten des Stadtmuseums „Alte Burg“ besucht werden: Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt für die Ausstellung beträgt für Erwachsene 3 Euro, für Kinder 2 Euro.

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Quelle: Stadt Wittenberge
Foto oben: Die Macht der Gefühle | Regina Schmeken


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