Wittenberge. Lebhafte Diskussionen und einen zum Teil auch emotionalen Meinungsaustausch gab es am Mittwoch im Kultur- und Festspielhaus in Wittenberge. Angesichts des für das kommende Jahr geplanten Ausbaus der Ernst-Thälmann-Straße hatte das städtische Bauamt zu einer Infoveranstaltung geladen. Neben Vertretern der Stadtverwaltung und der Stadtverordnetenversammlung kamen auch zahlreiche Bürger der Elbestadt.

Im Zentrum des Abends stand die Zukunft der 50 Linden, die den geplanten Ausbaubereich zwischen Parkstraße und Sandfurttrift in zwei Reihen säumen.

Laut Sebastian Meier, von der Ingenieurgesellschaft Hendrick Stüvel, wurden die Bäume im Mai dieses Jahres im Auftrag der Stadt bewertet und anhand dessen ein Baumgutachten erstellt. Die gut 100 Jahre alten Bäume weisen besonders im Bereich direkt an der Straße zum Teil starke Schäden auf. Auch die Restlebensdauer der vitaleren hinteren Baumreihe wurde auf rund 20 Jahr geschätzt.

Auf Grundlage des Gutachtens stehen zwei Varianten für den Straßenausbau im Raum. Beide wurden auch bereits im August dieses Jahres mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und Vertretern von Umweltverbänden besprochen.

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Variante eins sieht die komplette Fällung der Linden vor, wobei in diesem Fall 75 Neupflanzungen perspektivisch den ursprünglichen Alleecharakter der Straße wieder herstellen sollen.

In der zweiten Variante würde nur die straßennahe Baumreihe gefällt werden. Aufgrund der zu erwartenden geringen Lebensdauer der verbleibenden Linden, rechnet die Stadt hier aber mit weiteren Kosten nach Abschluss der Baumaßnahme. Diese entstehen bereits beim Ausbau, da baumschonende und teurere Verfahren zum Einsatz kommen.

Die Abgeordneten des Bau- und Wirtschaftsförderausschusses sowie des Umwelt- und Ordnungsausschusses votierten zuletzt mehrheitlich für die erste Variante. Dementgegen sprachen sich viele Bewohner für einen Erhalt der Linden aus.

Hermann: Es wurden auch neue Bäume gepflanzt

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann zeigte Verständnis für die lebhafte Debatte, die nach der Vorstellung beider Varianten entstand. Es sei ein emotionales Thema. Der Straßenausbau sei in Wittenberge aber nicht gleichbedeutend mit Baumfällungen, auch wenn dieser Eindruck zum Teil entstehen mag.

Zu den von Bürgern genannten Beispielen wie den Fällungen in der Wahrenberger Straße oder auf dem Lindendeich gebe es auch Gegenbeispiele. In der Bürgermeister-Jahn-Straße oder der Packhofstraße wurden im Zuge der Sanierung neue Bäume gepflanzt, wo bisher keine wuchsen.

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Die lange diskutierte Fällung der Linden auf dem Elbdeich am Nedwighafen, sei aus Gründen der Anforderungen an den Hochwasserschutz alternativlos gewesen. Über die Variante des geplanten Ausbaus der Ernst-Thälmann-Straße entscheiden die Stadtverordneten am 30. September.

PPA/wb


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