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Perleberg. In der Prignitz suchen in den nächsten Jahren mehr als 2.500 Unternehmen einen geeigneten Nachfolger. Betroffen ist hier die gesamte Bandbreite der Prignitzer Firmen – vom Einzelunternehmer bis hin zum mittelständischen Betrieb. Der Perleberger Tierpark bildete am Mittwoch die Kulisse zur Auftaktveranstaltung des Pilotprojektes „AUrA – Authentische Unternehmensnachfolge mit regionaler Ausstrahlung“ am Technologie- und Gewerbezentrum.

Matching zwischen beiden Akteuren

Mit einem Impulsvortrag über die Bedeutung der verschiedenen Persönlichkeitsprofile und dem anschließenden Matchingprozess zwischen Seniorunternehmer und seinem potenziellen Nachfolgekandidaten wurden die circa 45 Gäste in die Thematik eingeführt. „Für den Erfolg einer gelungenen Unternehmensnachfolge ist das passende Matching zwischen beiden Akteuren ganz wesentlich. Dass es hier funkt und gemeinsame Schnittmengen gibt, ist ein wichtiger Baustein für die Nachfolge“, erläutert Wirtschaftsförderer Christian Fenske.

Foto (3): Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz

Aktuell stellt sich landesweit das Problem, dass es nicht genügend Bewerber für die zukünftigen Unternehmensübergaben gibt. Die Statistiken besagen, dass nur ein Übernahmeinteressent auf zwei Unternehmen kommt. Somit bleibt ein Unternehmen unversorgt und verlässt im ungünstigen Fall trotz guter Aufstellung den Markt. An dieser Stelle setzt das Projekt an.

Konzeption einer digitalen Wissensdatenbank

In den nächsten drei Jahren ist es das Projektziel, die Strukturen und Prozesse für erfolgreiche Unternehmensnachfolgen in ländlichen Regionen zu entwickeln. Dabei liegt ein Schwerpunkt in der Konzeption einer digitalen Wissensdatenbank, welche alle Inhalte rund um das Thema Nachfolge digital zur Verfügung stellt. Da ein Unternehmensprofil wesentlich mehr beinhaltet als reine Betriebskennzahlen und Analysen, wird ein weiteres Merkmal dieser Datenbank sein, dass die Unternehmen charmant und persönlich mit all seinen Facetten den möglichen Nachfolgekandidaten vorgestellt werden.

Da zu wenige Nachfolger bereitstehen, ist es auch Aufgabe des Projektes neue Zielgruppen für eine Unternehmensnachfolge in der Prignitz zu erschließen. Nicht immer finden sich geeignete Nachfolger im eigenen Familien- und Bekanntenkreis. Darum wird über den eigenen Tellerrand hinausgeblickt. Sowohl junge Leute vor Ort, wie Schüler und Absolventen, als auch Pendler, Rückkehrer oder großstadtmüde Fachkräfte sollen über das Projekt erreicht werden.

Prignitzer Weg zur erfolgreichen Unternehmensnachfolge

Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass ein Prignitzer Weg zur erfolgreichen Unternehmensnachfolge nur gemeinsam mit allen regionalen Akteuren entwickelt werden kann. Anwesend waren Vertreter der Prignitzer Städte und Gemeinden, Vertreter der regionalen Wirtschaft sowie aus den Verbänden und Institutionen der Prignitz (Gewerbeämter, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, interessierte Unternehmer, Beratungsfirmen, Wirtschaftsjunioren und weitere).

PPA/tgz


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