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Prignitz. Buntes Laub, ziehende Vögel und zunehmend kalte Temperaturen: In der Prignitz steht ab November wieder der beliebte Knieperkohl auf der Speisekarte. Die deftig-gesunde Spezialität hat ihren Ursprung im Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648, als Nahrungsmittel rar waren und man verzweifelt nach Essbarem suchte. Mittlerweile gilt der Knieperkohl als Prignitzer „Nationalgericht“, dessen Saison offiziell am 14. November eröffnet wird.

Zahlreiche Knieperspezialitäten in verschiedensten Variationen sollten an diesem Tag zum Probieren und Mitnehmen im Kulturhaus Pritzwalk präsentiert werden. Coronabedingt fällt dieses Event nun aus und die vorerst einzige Möglichkeit, an das begehrte Kohlgericht zu gelangen, besteht nun darin, es entweder im Lebensmitteleinzelhandel zu erwerben, eine der elf Filialen des Hauptproduzenten „Neudorfer“ zu besuchen oder dort im Online Shop zu bestellen.

Foto: Tobias Kramer

Unter dem Motto „Gutes zum Mitnehmen“ steht die Knieperkohlsaison 2020 unter besonderen Vorzeichen. Am 14. November wollten sich regionale Händler am Kulturhaus in Pritzwalk präsentieren und Ihre regionalen Spezialitäten bewerben. Das Event, bei dem auf Initiative des Tourismusvereines Pritzwalk und Umgebung e.V. mit der Stadt Pritzwalk und in Kooperation mit dem Tourismusverband Prignitz e.V. regionale Spezialitäten wie Honig, Käse, Likör, Wurst- und Fleischwaren zwar ursprünglich zum Verkauf, jedoch coronabedingt nicht zum direkten Vor-Ort-Verzehr angeboten werden sollten, musste leider abgesagt werden.

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Damit fällt die Hauptattraktion, die offizielle Eröffnung der Knieperkohlsaison in der Prignitz, aus.

Um nun hier noch zu retten, was zu retten ist, bieten die „Neudorfer“ ab dem 19. November in allen Pritzwalker Filialen frisch zubereiteten „Knieperkohl to Go“, sprich zum direkten Mitnehmen als warmes Gericht an. „Dazu kommt dann noch je Portion eine Scheibe Kassler sowie eine Kohlwurst“, erläutert Enrico Dietsch, Geschäftsführer der Neudorfer Fleischerei. „Natürlich kann der Knieper, der in zahlreichen Angeboten und Rezepturen verfügbar ist, auch für die spätere Zubereitung und den Verzehr erworben und mit nach Hause genommen werden“, so Enrico Dietsch weiter.

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Fotos (2): Jens Wegner

2020 möchten die Handwerksmetzger aus Pritzwalk zudem mit einer neuen Kreation punkten – der Knieperkohlbratwurst. Als regionaler Fleischer verstehen „Die Neudorfer“ ihr Handwerk wie kein zweiter und starteten erfolgreich den Versuch, Knieperkohl und Bratwurst stilsicher und vor allem schmackhaft zu kombinieren. „Wir sind für den Saisonstart gut gerüstet“, so Dietsch mit Verweis auf den aktuellen Stand der Vorbereitung. Die Produktion umfasst für diese Saison aktuell zwischen zwölf und fünfzehn Tonnen, wobei für diese Menge an fertigem Knieperkohl immerhin ungefähr 20 Tonnen Weißkohl, zehn Tonnen Grünkohl und eine Tonne Markstammkohl benötigt werden.

» Knieperliebhaber sind aber jetzt nicht nur auf die elf Pritzwalker Filialen angewiesen: das begehrte Kohlgericht steht auch im Online Handel unter www.dieneudorfer.de zur Verfügung.

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Über den Knieperkohl:

Zu einem traditionellen Kniepergericht gehören üblicherweise Schmalz, Eisbein, Kohlwurst, Knacker oder Kassler sowie Kartoffeln auf den Teller. Der Knieperkohl selbst ist eine Mischung aus Weiß- und Grünkohl, Markstammkohl und Kirsch- sowie Weinblättern. Ähnlich wie bei der Zubereitung von Sauerkraut werden die Zutaten zunächst eingelegt, anschließend aufgekocht, gesalzen und in Schichten mit den Blättern in ein Gefäß eingestampft und beschwert. Für einen Zeitraum von vier bis zehn Wochen wird der Knieperkohl dann erneut eingelegt und ist danach verzehrfertig.

PPA/tour


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