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Wittenberge. Am 9. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht auch in Wittenberge jüdische Geschäfte zerstört und jüdische Bürger gedemütigt. Viele von ihnen kamen in der Folge in Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ums Leben. Anlässlich dieses Tages trafen sich am Montagnachmittag Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Stadtverordnete und weitere Bürger an den Stolpersteinen der Familie Lewy in der Bahnstraße 47 und legten weiße Rosen nieder.

Stadtarchivarin Carola Lembke berichtete aus dem Lebenslauf von Richard und Johanna Lewy.

Richard Lewy wurde am 25. August 1875, als Sohn von Louis und Rosalie Lewy, geborene Seckel in Krotoschin (Polen) geboren. Die Eltern verstarben dort 1887 und 1900. Richard verzog 1903 nach Wittenberge und eröffnete dort am 01. Oktober 1903 ein Schuhwarengeschäft in der Bahnstraße 47. 1903 heiratetet er in Wittenberge Johanna Baruth. Wenige Zeit später wurde ihr Sohn Heinz Ludwig am 08. August 1904 in Wittenberge geboren.

Fotos (2): Martin Ferch

Ihm folgte Schwester Edith am 14. Mai 1907. Ende der 20er Jahre zogen Johanna und Richard Lewy nach Berlin-Tiergarten. Heinz Ludwig lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in Berlin. Dort lebten sie bis zu ihrer Deportation am 02. April 1942 in Berlin. Mit dem zwölften Osttransport wurden sie und weitere 1023 Juden aus Berlin und Frankfurt in das Warschauer Ghetto deportiert. Am 05. April 1942 erreichten sie das Ghetto und fanden dort den Tod.

PPA/wb


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